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Marry Me
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© Universal Pictures International

US-Filmstarts: Valentinsbonus für "Marry Me"?

Miese Kritiken für Liam Neeson's "Blacklight"

Normalerweise scheuen die Verleiher das SuperBowl-Wochenende und vermeiden größere Premieren. Kaum verwunderlich, gelang es doch zuletzt "Rings" im Jahr 2017, überhaupt mal mit einem zweistelligen Millionenergebnis zu starten. Nicht in diesem Jahr: Gleich drei kinostarke Debutanten ringen um die Zuschauer, wobei mit "Marry Me" und "Death on the Nile" ganz direkt um das weniger sportinteressierte weibliche und ältere Publikum geworben wird.

Mit rund 3600 Filmtheatern bescheren Universal Pictures ihrem "Marry Me" den größten Start, der eventuell "Jackass Forever", der an seinem zweiten Wochenende weiter in 3604 Spielorten gezeigt wird, als meistgespielten Streifen Kanadas und der USA ablösen wird. Meistgesehener Film wird die Komödie mit Jennifer Lopez auch trotz des auf den Montag fallenden Valentinstags wohl nicht. Universal haben entschieden, die 23 Millionen Dollar teure Produktion, die mit einem Jahr Pandemieverzug auf die Leinwände trifft, zeitgleich auf ihrem Streaming-Dienst Peacock anzubieten, und die Kritiken fallen für das von Kat Coiro ("iLove: geloggt, geliked, geliebt") inszenierte Werk nur gemischt aus. Im Bestfall sehen die Analysten das Werk, das auf einer Graphic Novel aus dem Jahr 2012 basiert, bei 9 Millionen Dollar zum Wochenendstart - noch ohne den vielleicht anschiebenden Valentinsmontag.

Die neue Nummer eins wird den Branchenkennern zufolge "Death on the Nile", der mit zwei Jahren Covid-Verzögerung in die Lichtspielhäuser kommt. Nachdem "Murder on the Orient Express" 2017 weltweit 353 Millionen Dollar Umsatz bei einem Budget von 55 Millionen Dollar generiert hatte, gaben Walt Disney Studios Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller Kenneth Branagh sofort grünes Licht für eine Fortsetzung, und der Engländer entschied sich, wie in den Siebzigern "Death on the Nile" als nächste Agatha Christie-Adaption folgen zu lassen. Für die neuerliche Verfilmung des Romans aus dem Jahr 1937 erhöhte das Haus mit der Maus das Budget auf 90 Millionen Dollar. Der Kriminalfilm erfreut sich im Internet großer Vorfreude, der Trailer hat durch seinen Einsatz seit zwei Jahren das Bewusstsein für die Literaturverfilmung konstant hochgehalten, die Kritiken sind allerdings auch nur gemischt. Bis zu 17 Millionen Dollar werden erwartet, was für ein SuperBowl-Wochenende eine gute Zahl wäre, aber deutlich hinter der 28 Millionen Dollar-Premiere von "Murder on the Orient Express" zurück bleiben würde.

Aktuell ist "Blacklight" der am schlechtesten besprochene Streifen in Liam Neeson's Karriere. Die Independent-Produktion, die immerhin 43 Millionen Dollar gekostet hat, verleihen Briarcliff Entertainment in 2772 Spielorte. Der Thriller ist die zweite Zusammenarbeit des Nordiren mit Produzent, Regisseur und Drehbuchautor Mark Williams nach "Honest Thief" vor zwei Jahren, der auch als Produzent von Neeson's "The Marksman" letztes Jahr agierte. Aller schlechten Dinge scheinen nun drei: Meht als 4 Millionen Dollar zum Start scheinen nicht drin zu sein.


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