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Das Bourne Ultimatum - Matt Damon und Albert Finney
Das Bourne Ultimatum - Matt Damon und Albert Finney
© Universal Pictures International

TV-Tipps für Samstag (26.3.): Matt Damon tritt seinem Schöpfer entgegen

ZDF zeigt "Das Bourne Ultimatum"

Samstagabend wird es für Spielfilm-Fans erstmal awesome, wenn RTL2 im Hauptprogramm "The LEGO Movie" zeigt. Nicht minder gut ist dann im ZDF-Nachtprogramm der damals abschließende dritte Teil der Jason Bourne-Reihe "The Bourne Ultimatum" mit Matt Damon.

"The LEGO Movie", RTL2, 20:15 Uhr
Ein gewöhnlicher Lego-Bauarbeiter (Stimme von Patrick Schröder), den man für den geweissagten "Speziellen" hält, wird rekrutiert, um den Kampf gegen einen bösen Tyrannen aufzunehmen, der das Lego-Universum in ewige Statik festkleben will.

Ein eingetragenes Warenzeichen als Film? Für Kinder? Warner-Manager Kevin Tsujihara hatte die Produktion angestoßen, nachdem er 2007 den Kauf an der Lego-Videospiellizenz zu "Traveler's Tales" verantwortet und das kommerzielle Potential der dänischen Bauklötze auch für das Kino gesehen hatte. Manche Beobachter rümpften die Nase, als Warner Brothers diesen Animationsfilm ankündigten, der für eine dreiste Merchandising-Masche gehalten wurde. "Wie gefällt dir 'The Lego Movie?" - "Gut, bis auf das Product Placement", lautete ein sarkastischer Witz.

Und dann das: Als der Streifen 2014 in die Filmtheater kam, überschlugen sich die Kritiker mit Lobeshymnen, und der Zeichentrickfilm dürfte einer der bestbesprochenen Filme des Jahres gewesen sein. Wunderschön animiert, eine gewinnende Stimmbesetzung (im Original ist zum Beispiel Chris Pratt als Hauptfigur Emmett zu hören), in jeder Minute Gags und eine überraschend zum Nachdenken anregende Geschichte, bot dieses 60 Millionen Dollar teure Werk bunten Spaß für alle Altersstufen.

Erstmals seit dem 2003 gefloppten "Looney Tunes: Back in Action" wagten sich Warner Animation Group wieder an eine Produktion, für die das australische Studio Animal Logic die computergenerierten Bilder programmierte. Über 3 Millionen animierte Steine und 180 Lego-Minifiguren kamen auf die Leinwand. In der Animation wurden die Bewegungen eines StopMotion-Zeichentrickfilms nachgeahmt, um den Aktionen von Lego-Püppchen näher zu kommen und dem ganzen Unterfangen einen gewissen unfertigen Charme zu geben.

Das wahre Genius hinter "The Lego Movie" waren indes das Drehbuch- und Regieduo Phil Lord und Christopher Miller, das bis dahin den Animationsfilm "Cloudy with a Chance of Meatballs" und die beiden "Jump Street"-Streifen inszeniert hatte und nun bewies, dass Spielzeug und Spaß sowie Witz, Weisheit und Intelligenz keine Gegensätze sein müssen.

Mit einem weltweiten Umsatz von 469 Millionen Dollar wurde das Werk ein großer Erfolg. Dass es nicht für den "Oscar" für den "Besten Animationsfilm" nominiert wurde, stieß allgemein auf Unverständnis; genannt wurde bei den Academy Awards wenigstens der Ohrwurm "Everything Is Awesome" als "Bester Song". Bei den Britischen Filmpreisen gewann "The Lego Movie" in der Animationssparte.

Kritiker Iain McNally schrieb in "Starburst": "Phil Lord und Christopher Miller haben das scheinbar Unmögliche geschafft und einen wahrhaft witzigen, berührenden, inspirierenden und absolut verrückten Liebensbrief an diese winzigen Bauklötze geschrieben, aber auch an den Einfallsreichtum und die Kreativitität im Allgemeinen."

Und nun alle zusammen: "Everything Is Awesome!"



"Das Bourne Ultimatum", ZDF, 00:25 Uhr
Jason Bourne (Matt Damon) entkommt den Anschlägen eines skrupellosen CIA-Beamten (David Strathairn) und dessen Agenten, während er die Hintergründe über sein Leben als Auftragskiller zu ergründen versucht.

Hier sei die Warnung vorausgeschickt: Wer die ersten beiden "Bourne"-Streifen nicht gesehen hat, wird bei diesem dritten Teil womöglich nur Waterloo Bahnhof verstehen, zumal der englische Regisseur Paul Greengrass ("Jason Bourne") viele Anspielungen auf die ersten beiden Parts einstreut.

Es würde sich allein deshalb lohnen, die ersten zwei Teile nachzuholen, um diesen US-Thriller, einen intelligenten, fein abgestimmten, pausenlosen Nervenkitzel, genießen zu können. Dieser Part ist der Höhepunkt der inzwischen auf fünf Werke angewachsenen "Bourne"-Saga: Künstlerisch und kommerziell. Von allen fünf Teilen spielte "The Bourne Ultimatum" am meisten ein, erhielt die besten Kritiken und ist der beliebteste Part beim Publikum.

Nach dem Erfolg von "The Bourne Supremacy" im Jahr 2004 gaben Universal Pictures grünes Licht für eine weitere Fortsetzung mit der Figur des Amnesie-Agenten und damit der Adaption des dritten, gleichnamigen Romans von Robert Ludlum aus dem Jahr 1990. Greengrass durfte nach dem zweiten Teil auch diesen inszenieren und brachte wieder seine präzise und stilbildende Kameraarbeit ein. Mit 110 Millionen Dollar stand dem Filmemacher ein deutlich größeres Budget als beim Vorgänger zur Verfügung, der 75 Millionen Dollar gekostet hatte.

Gefilmt wurde in den Londoner Pinewood Studios und in Tangier, London, Paris, Madrid - das auch als Turin einstand -, Berlin - das Moskau darstellte - und New York City. Matt Damon bot erneut eine starke Darstellung, unterstützt von einem namhaften Ensemble, in dem Joan Allen und Julia Stiles ihre Rollen aus den Vorgängern weiter führten.

Der rasante Streifen spielte weltweit 442 Millionen Dollar ein und erhielt drei Oscars für Cutter Christopher Rouse, Tonmischung und Tonschnitt. Britische Filmpreise gingen an Cutter Reeve und die Tontechniker; nominiert waren überdies der Film, Regisseur Paul Greengrass, Kameramann Oliver Wood und die Spezialeffekte.

Kritiker Alan Jones schrieb in "Radio Times": "Hier wird - von den erschreckenden Überwachungsmethoden bis zu der Korruption in höchsten Kreisen - nichts übertrieben, was den Film zu einer grandios gefertigten Meisterklasse intelligent gefilmer Action macht."



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