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Die Tribute von Panem - The Hunger Games - Effie...reuen
Die Tribute von Panem - The Hunger Games - Effie Trinket (Elizabeth Banks) wird Katniss (Jennifer Lawrence) während der Vorbereitungen zu den Hungerspielen betreuen
© Studiocanal

TV-Tipp für Mittwoch (30.3.): Jennifer Lawrence beschützt ihre Schwester

Kabel1 zeigt "Die Tribute von Panem - The Hunger Games"

"Die Tribute von Panem - The Hunger Games", Kabel1, 20:15 Uhr
Eine junge Frau (Jennifer Lawrence) nimmt freiwillig den Platz ihrer jüngeren Schwester (Willow Shields) in den Hunger Games ein, einem im Fernsehen übertragenen Wettkampf, bei dem jeweils zwei Teenager aus je einem der zwölf Bezirke von Panem sich bis zum Tod gegenseitig bekämpfen.

2009 kratzten Lionsgate Films alles Geld zusammen, was sie hatten - oder liehen es sich -, um die Rechte an Suzanne Collins' Jugendbuch-Trilogie "The Hunger Games" zu erwerben, die 2008 erschienen war. Hätten die anderen großen amerikanischen Filmstudios gewusst, welche Goldader die Kanadier damit anstachen, wären die Rechte wohl nicht für nur 200 000 Dollar über den Tisch gegangen. So aber konnten sich Lionsgate, die fünf Jahre hintereinander keinen Gewinn gemacht hatten, über eine der profitabelsten Reihen der letzten Jahre freuen.

"The Hunger Games" spielt in einem dystopischen Nordamerika der Zukunft: Während die Hauptstadt, das Kapitol, in obszönem Reichtum und Verschwendung lebt, vegetieren die unterdrückten Außendistrikte des Landes in Hunger und Armut. Einziger Weg aus diesem Zustand ist für einige wenige einmal im Jahr die Teilnahme an den landesweit übertragenen "Hunger Games", bei denen sich jeweils zwei Jugendliche aus jedem der zwölf Distrikte in einer riesigen Arena so lange bekämpfen müssen, bis nur noch ein Sieger übrig bleibt.

Für die entscheidende Rolle der Katniss Everdeen bewarben sich rund 30 Schauspielerinnen, darunter alles, was heute Rang und Namen hat - Hailee Steinfeld, Abigal Breslin, Emma Roberts, Saoirse Ronan, Chloe Grace Moretz und Shailene Woodley. Der Part ging schließlich an die damals 21-jährige Jennifer Lawrence, die 2010 mit "Winter's Bone" einem breiteren Publikum ein Begriff geworden war. Den Regieposten vertraute man unerwarteterweise Regisseur Gary Ross ("Ocean's Eight") an, der auch zusammen mit Romanautorin Collins und Billy Ray das Drehbuch schrieb. Gedreht wurde hauptsächlich in North Carolina, das 8 Millionen Dollar Steuernachlass gewährte.

Insgesamt kostete der erste Teil 78 Millionen Dollar. Man legte viel Wert auf die Masken, Kulissen, Ausstattung und Kostüme: Mit den 500 verschiedenen, teilweise aufwendigen Frisuren waren alleine 35 Friseure und Maskenbildner beschäftigt - um die Unterschiede in Farbe und Form zwischen dem Capitol mit seiner Mischung aus zukünftigem Art Déco-Retro-Design und den Distrikten mit seinem Große Weltwirtschaftskrise-Anmutung - gedreht wurde unter anderem in einem verlassenen Mühlendorf von Beginn des 20. Jahrhunderts - deutlich werden zu lassen.

"The Hunger Games" ist mit seinem Thema sich gegenseitig abschlachtender Teenager keine leichte Kost: Die Zensoren taten sich schwer, eine Altersfreigabe "Ab 12 Jahren" zu erteilen - in Großbritannien erhielt der Streifen diese nur nach Schnitten und anderen Modifikationen wie weniger Blut, während die ungeschnittene Version auf Disc erst "Ab 15 Jahren" freigegeben werden sollte.

Davon abgesehen, gelang es Regisseur Ross, die dramatische Gewalt, die rohen Emotionen und den anspruchsvollen Handlungsrahmen des Romans werkgetreu und hervorragend auf die Leinwand zu bringen, wobei er nicht digital, sondern mit echtem Film photographieren ließ, spannend und ausgezeichnet gespielt.

"The Hunger Games" lud zu vielen kontroversen Diskussionen ein, vom Vorwurf, das Ganze sei ein schwacher Abklatsch des japanischen Thrillers "Battle Royale" über die Diskussion, ob Lawrence zu babyspeckig für einen Charakter wirke, die im Buch nahe am Rande des Verhungerns lebt, bis zu der Auseinandersetzung über die Ethnien der Charaktere. Welche politische Botschaft der Film transportiere, ob er christlich zu lesen sei oder feministische Untertöne habe, ließen den Blätterwald ebenfalls rauschen und die Computer-Tastaturen klappern.

All dies trug aber eher noch zum Interesse an diesem US-Science Fiction-Film bei, als dass es dieses behinderte - die Romanadaption wurde ein Riesenerfolg: In den USA kam sie mit 408 Millionen Dollar als dritterfolgreichster Film des Jahres 2012 hinter "The Avengers" und "The Dark Knight Rises" ins Ziel; weltweit spielte sie insgesamt 691 Millionen Dollar ein. Bei den Golden Globes wurde der Song "Safe and Sound" nominiert. Nach diesem Triumph war klar, dass die gesamte Trilogie verfilmt werden würde. Um die Kuh noch etwas länger zu melken, sogar mit einem zweigeteilten dritten Part.

Die Kritiken zu "The Hunger Games" waren exzellent und übertrafen sogar noch die Publikumsreaktionen.

Kritiker Colin Covert schrieb in der "Minneapolis Star Tribune": "Zuschauer, die als Beigabe zu ihrem Science Fiction-Film eine politische Allegorie mögen, werden hier vieles zu würdigen wissen. So wie auch Romantiker, Fans von feministischen Helden und Action-Begeisterte. Dieser Film ist das seltene Beispiel für einen Blockbuster von echter Bedeutsamkeit."



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