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Charade - Cary Grant und Audrey Hepburn
Charade - Cary Grant und Audrey Hepburn
© Universal Pictures Germany

TV-Tipps für Sonntag (1. Mai): Wer führt Audrey Hepburn an der Nase herum?

Arte zeigt "Charade"

Am Sonntagabend sind zwei völlig verschiedene Spielfilme die erste Wahl im Hauptprogramm. Kabel1 zeigt den Kinoableger der Kult-TV-Serie "The Simpsons", während Arte den Krimiklassiker "Charade" mit dem Traumpaar Audrey Hepburn und Cary Grant ausstrahlt.

"Die Simpsons", Kabel1, 20:15 Uhr
Nachdem Homer (gesprochen von Norbert Gastell) versehentlich die Trinkwasserversorgung der Stadt vergiftet hat, wird Springfield von der Umweltschutzbehörde von einer gigantischen Glaskuppel umgeben, und die Simpsons müssen fliehen.

Seit 1989 läuft "The Simpsons" im US-Fernsehen, inzwischen mit 32 Staffeln die am längsten laufende und mit zahllosen Preisen geehrte Zeichentrickserie in der Geschichte des Fernsehens. Unter anderem 34 Emmys hat die von Matt Groening ersonnene Serie erhalten; die fiktive Simpsons-Familie hat sogar einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame erhalten. Die Idee, die Figuren auch auf die große Leinwand zu bringen, kam erstmals Mitte der Neunziger auf, aber das Team der TV-Serie war dauernd und ausreichend mit der Produktion der Fernsehserie beschäftigt, zudem fehlte es an einer zündenden Idee, die für eine Spielfilmlänge tragen würde.

Nicht nur die Fans der Serie, sondern auch die Macher selbst waren besorgt, ob der Formatwechsel von einer 23 Minuten langen TV-Folge zu einem knapp eineinhalbstündigen Kinofilm gelingen würde. Es brauchte seine Zeit und viele Arbeitsstunden, bis das rund ein Dutzend "Simpsons"-Drehbuchautoren um Groening eine Handlung zusammen entwickelt hatte, die für einen Spielfilm trug. Ab 2001 noch bis in die Animationsphase 2006 hinein tauschte das Team Gags aus, entwickelte Ideen und verwarf sie wieder. Über 100 Mal wurde das Skript umgeschrieben. Zusätzliche Autoren und Animationskünstler wurden engagiert, um TV-Serie und Kinofilm zugleich stemmen zu können. Als Regisseur für das 75 Millionen Dollar teure Projekt engagierten 20th Century Fox David Silverman, der von 1989 bis 1995 einzelne Folgen inszeniert hatte und inzwischen bei Pixar "Monsters, Inc." ("Die Monster AG") in Szene gesetzt hatte.

Um den Kinofilm qualitativ von der Fernsehserie abzuheben, wurden die Bilder im Breitwandformat und mit einer wesentlich breiteren Farbpalette per Computer entwickelt. Für die Musik engagierte man keinen Geringeren als Oscar-Preisträger Hans Zimmer. Ansonsten bestach "The Simpsons Movie" glücklicherweise mit den gleichen Qualitäten, welche die Fernsehserie zu einem Erfolg und einem kulturellen Meilenstein gemacht hatten: Zahllose kulturelle Querverweise und Anspielungen, herzhafte Lacher, bitterböse Satire und das ehrliche Portrait einer amerikanischen Familie. Die aufpolierte Animation und die geschliffenen Dialoge waren auf einer Qualitätsebene mit den besten Zeiten der Fernsehserie.

2007 debutierte das Werk mit glänzenden Kritiken und zufriedenen Zuschauern. Weltweit blieben grandiose 527 Millionen Dollar in den Lichtspielhäusern und machten "The Simpsons Movie" zu einem Riesenerfolg. Dazu kam noch die Wertschätzung der Industrie und der Presse mit unter anderem Nominierungen für einen Golden Globe und einen Britischen Filmpreis.

Kritiker David Denby schrieb in "New Yorker": "Der Film bietet genügend Gags, Satire, Quatsch und Gefühl, um die 88 Minuten zu rechtfertigen."



"Charade", Arte, 20:15 Uhr
Eine Frau (Audrey Hepburn) wird in Paris von verschiedenen Männern (Cary Grant, Walter Matthau, James Coburn, Ned Glass und George Kennedy) verfolgt, die hinter einem Vermögen her sind, das ihrem ermordeten Ehemann gestohlen worden ist. Wem kann sie trauen?

Dieser US-Kriminalfilm aus dem Jahr 1963 galt zu seiner Zeit als der "beste Hitchcock-Film, den Hitchcock nie gedreht hat". Das bezieht sich auf die stilsichere Mischung aus Spannung und Humor, mit geschliffenen Dialogen, die aus einer Screwball Comedy stammen könnten, und Alfred Hitchcock's bevorzugtem Hauptdarsteller Cary Grant.

Dieser war bei den Dreharbeiten 25 Jahre älter als seine Mitspielerin Audrey Hepburn, und ihm war unwohl bei der auf der Leinwand gezeigten Romanze. Daher setzte der damals 58-Jährige durch, dass im Drehbuch der Altersunterschied ironisch und offen angesprochen und Hepburn als der aktive Part im Verfolgen der Beziehung dargestellt wurde.

Drehbuchautor Peter Stone ("Im Sumpf des Verbrechens") war mit seinem Skript erfolglos in Hollywood hausieren gegangen und veröffentlichte seine Geschichte "The Unsuspecting Wife" schließlich als Roman, der auch im "Redbook"-Magazin als Serie abgedruckt wurde. Nun wurden die Filmstudios auf einmal auf den Stoff aufmerksam und buhlten darum. Das Rennen machten Universal Pictures für Produzent und Regisseur Stanley Donen ("Singin' in the Rain"). Für 3 Millionen Dollar wurde vor Ort in Paris gedreht.

Donen gelang ein exzellenter Streifen, gleichenteils spannend und makaber wie witzig. Bei guten Kritiken wurde "Charade" mit einem Umsatz von 13 Millionen Dollar in den USA ein großer Erfolg und zählt zu Hepburn's meistgesehenen Filmen. Der Song "Charade" erhielt eine Oscar-Nominierung; Cary und Audrey gingen jeweils als Hauptdarsteller für einen Golden Globe und einen Britischen Filmpreis ins Rennen.

Ein Zuschauer schwärmt: "Komödiantische Krimis sind schwierig zu realisieren, aber dieser elegante Film schafft es, Spannung und Witz hervorragend zu verbinden und ein wirklich überraschendes Ende zu präsentieren, das vollkommen überzeugend ist. Von der ersten Minute an erregt der Film Aufmerksamkeit mit seinen geschliffenen Dialogen und prachtvollen Drehorten."



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