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Filmfest München: Shocking Shorts Award 2006

Monster im Bauch

Thrills und Gänsehaut für Menschen mit begrenzter Aufmerksamkeitsspanne: Der Kurzfilmpreis des digitalen Senders 13th Street belohnt junge Regietalente in den Genres Action, Krimi, Thriller, Mystery und Horror mit einem Arbeitsaufenthalt in Hollywood. Der

Was haben eine Punkerin, eine vierfache Mutter, eine durchgeknallte Sekretärin, ein Mann und eine Tänzerin aus den Roaring Twenties gemeinsam? Es sind die "etwas anderen" Rollen der Schauspielerin Dorkas Kiefer – Rollen, die sie, abseits vom alltäglichen Geschäft, nur in Kurzfilmen spielen durfte. Auch Kiefers Kollegin Ursula Karven sagt, dass sie sich gerne mal in einem Kurzfilm "ausprobieren" und eine Rolle übernehmen möchte, die man von ihr bislang noch nie gesehen hat.

Karven und Kiefer sind Teil der siebenköpfigen Jury des Shocking Shorts Awards. Ihre Aufgabe besteht darin, aus einer Endauswahl von 13 maximal 30 Minuten langen Genrefilmen einen Gewinner zu ermitteln, der am 21. Juli auf einer Party bekannt gegeben wird, deren Ort wie immer bis zuletzt im Dunkeln bleibt. Zuvor gibt jedoch die Möglichkeit, sich die Wettbewerbsfilme am 14. Juli um 21.40 Uhr in der "langen Nacht der Shocking Shorts" bei 13th Street im Fernsehen anzusehen. Freunde von langen Kinonächten kommen außerdem bei der "Shocking Shorts Nacht" am Vorabend der Preisverleihung auf ihre Kosten. Das Screening beginnt am 20. Juli um 22.13 Uhr im Münchner MAXX-Kino und dauert bis in die frühen Morgenstunden. Unser Favorit: "Natürliche Auslese" von Claas Ortmann, der das altbekannte Horrorthema "Monster aus dem Bauch" auf überraschend originelle und auch kontroverse Weise variiert.

Trotz zunehmender Professionalisierung führen Kurzfilme in Deutschland immer noch ein Schattendasein. Im Kino sind sie beinahe ausgestorben, im Fernsehen laufen sie, wenn überhaupt, auf einer kopflastigen Arthouse-Schiene. Dass 13th Street jeden Samstagabend um 20.13 Uhr einen Genre-Kurzfilm zeigt und sich auch finanziell an ihrer Produktion beteiligt, ist somit eine Ausnahmeerscheinung. Ungewöhnlich ist auch der Preis für den Regisseur des Siegerfilms. Anstelle eines Geldbetrages gibt es nämlich Auslandspraxis in der Traumfabrik – beim so genannten "Universal Filmmasters Programm" der 13th-Street-Mutter NBC Universal. Dabei wird der Gewinner zwei Wochen lang in den Universal Studios in Hollywood herumgereicht und kann dort bei der Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Kinofilmen hinter die Kulissen blicken. Konkrete Filmprojekte sind daraus jedoch bei den sechs bisherigen Gewinnern noch nicht hervorgegangen.


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