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Hope for all - Jane Goodall
Hope for all - Jane Goodall
© Tiberius Film © 24 Bilder

Jane Goodall (84)

Wissenswertes

Geboren: ✹ 03. April 1934 in London, England
Name: Valerie Jane Goodall
Alias: Dr. Jane van Lanick-Goodall
Größe: 165 cm

Bildergalerie

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Biographie

Dame Valerie Jane Goodall, geboren am 3. April 1934 in London, ist die bekannteste Primatologin unserer Zeit. 1960 begann sie damit, im Gombe Stream National Park in Tansania das Verhalten von Schimpansen zu erforschen. Lange vor Diane Fossey (Gorillas) und Biruté Galdikas (Orang-Utans) war Jane Goodall die erste Frau, die auf Anregung des Paläontologen Louis Leakey Anfang der Sechzigerjahre damit begann, Langzeitstudien über Menschenaffen anzustellen. Leakey hoffte, aus diesen Beobachtungen Rückschlüsse auf das Verhalten der frühen Menschenformen ziehen zu können.

Nach ihrem Schulabschluss besuchte Goodall zunächst eine Sekretärinnenschule. 1957 verwirklichte sie aber auf Einladung eines ehemaligen Schulkameraden ihren lang gehegten Traum, einmal Afrika kennen lernen zu dürfen, und reiste nach Kenia. Im Kenya National Museum fand sie eine Anstellung und kam so in Kontakt mit dessen Direktor, dem bereits erwähnten Louis Leakey.

Obwohl Jane Goodall nicht den erforderlichen Bachelor-Grad besaß, durfte sie sich in Anerkennung ihrer außergewöhnlich ertragreichen Verhaltensbeobachtungen und einer höchst selten erteilten Ausnahmegenehmigung bereits ab 1962 an der Universität Cambridge zur Promotion einschreiben, die sie 1965 mit Erfolg abschloss. Doch trotz der glanzvoll absolvierten Doktorwürde erwiesen sich die ersten Schritte in die damals deutlich männlich dominierte Wissenschaft als holperig: Ihr allererster Beitrag für die Zeitschrift "Nature" kam postwendend zurück, weil sie bei ihren beobachteten Affen von „er“ und „sie“ als Individuum sprach. Als erste Wissenschaftlerin gab sie den Tieren in ihrem Forschungszentrum in Gombe keine Nummern, sondern Namen, wodurch viele Kollegen ihre Objektivität bedroht sahen. Doch das ist längst Vergangenheit: Seit vielen Jahrzehnten ist Goodall anerkannt und gefragt – als Tier- und Umweltschützerin.

Viele Erkenntnisse über Schimpansen sind auf Jane Goodalls Arbeiten zurückzuführen. Sie entdeckte beispielsweise, dass Schimpansen nicht nur zum Gebrauch sondern auch zur Herstellung von Werkzeugen fähig sind. Sie brechen zum einen Zweige ab und angeln mit ihnen Termiten aus den Löchern ihrer Bauten. Zum anderen verwenden sie Steine als Hammer und Amboss, um Nussschalen zu öffnen. Ferner fand die Britin heraus, dass Schimpansen mitunter auch Fleisch fressen und sogar gemeinschaftlich auf die Jagd nach anderen Affenarten gehen sowie in Gruppen auch andere Schimpansencliquen angreifen. Auch das Paarungsverhalten und die Sorge um den Nachwuchs hat Goodall ausführlich dokumentiert und analysiert.

In den Achtzigern besuchte der international renommierte österreichische Verhaltensforscher und Begründer der Humanethologie, Prof. Irenäus Eibl-Eibesfeldt, die Forscherin mehrfach in Gombe und drehte eine beeindruckende Dokumentation über ihre die Wissenschaft entscheidend prägende Arbeit. Eibl-Eibesfeldt beschreibt Goodalls Beobachtungen als „einen der entscheidenden wissenschaftlichen Meilensteine des Jahrhunderts“.

1977 richtete Jane Goodall das „Jane Goodall Institute for Wildlife Research, Education and Conservation“ (JGI) ein, das ihren Namen und ihre wissenschaftliche Arbeit auf der ganzen Welt bekannt machte.

Als weltberühmte Primatenforscherin konnte sie die Menschen vehement auf die rasch voranschreitende Umweltzerstörung aufmerksam machen. Ende der Achtzigerjahre gab sie ihre Forschungsarbeit dann sogar vollkommen auf, um sich ganz und gar dem Umweltschutz und der Erhaltung der Natur zu widmen. Seitdem ist sie mehr als 300 Tage im Jahr rund um den Globus unterwegs, um Vorlesungen zu halten und Seminare zu leiten und überall zu zeigen, wie man respekt- und liebevoll mit den Menschen, Tieren und der gesamten Natur um uns herum umgehen sollte. Goodall ist davon überzeugt, dass die Menschen sich ändern können und statt des augenblicklich eingeschlagenen Weges einen anderen, nachhaltigeren und umweltverträglicheren Pfad beschreiten können.

Unermüdlich reist die inzwischen 76-Jährige daher um die Welt, um die Leute wach zu rütteln, etwas für ihre Umwelt, für den Tierschutz und die Mitmenschen zu tun, bevor es endgültig zu spät ist. An Ruhestand verschwendet die „Botschafterin der Menschenaffen“ keinen Gedanken: „Ich kann erst in den Ruhestand gehen, wenn die Welt gerettet ist.“

1991 gründete sie mit einigen Kindern in Tansania die Aktion „Roots & Shoots“ (Wurzeln & Sprösslinge), die sich innerhalb weniger Jahre auf der ganzen Welt verbreitete. Inzwischen existieren an die 10.000 Gruppen in über 120 Ländern. Hier entwickeln Kinder und Jugendliche eigene Ideen und kleine Projekte im Bereich Natur- und Umweltschutz, um so auch im Kleinen, im ganz persönlichen Umfeld, aktiv zur Verbesserung des Lebens auf der Erde beizutragen. Seit 2002 ist Goodall auf Einladung von Kofi Annan Friedensbotschafterin der UNO. Sie steht in engem Kontakt zu einflussreichen Persönlichkeiten wie Nelson Mandela und Michail Gorbatschow und setzt sich nach wie vor für den globalen Umweltschutz ein. Seit Jahren wirbt Goodall für Alternativen zu Tierversuchen und forderte im Mai 2008 das Nobelpreiskomitee auf, endlich einen Nobelpreis für Alternativmethoden zu Tierversuchen zu schaffen.

Die Auflistung der Ehrungen, mit denen Jane Goodall bislang ausgezeichnet wurde, kann angesichts der beeindruckenden Menge an Preisen und Ehrendoktorwürden immer nur eine Auswahl sein: So wurde die aktive Britin inzwischen zur „Dame“ geadelt, erhielt den UNESCO Gold Medal Award, 1990 den Kyoto-Preis, 2002 den Konrad-Lorenz-Preis, den TIME Magazine European Heroes Award, wurde zum Ehrenmitglied des Club of Budapest und 2005 zum Offizier der Französischen Ehrenlegion.

Von 1964 bis 1974 war sie mit dem niederländischen Tierfilmer Hugo van Lawick (1937-2000) verheiratet, mit dem sie zahlreiche Filme drehte. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn, Hugo Eric Louis, genannt Grub.

1975 heiratete Goodall Derek Bryceson, den sie noch heute schlicht als „die Liebe meines Lebens“ bezeichnet. Er war Direktor der Nationalparks von Tansania, und mit seiner Hilfe konnte Jane Goodall den Bestand Gombes als Nationalpark sichern. Bryceson starb 1980 an Krebs.

(Universum Film)


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