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Sisters
Sisters
© Universal Pictures International Germany

Kritik: Sisters (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die amerikanischen Comedy-Darstellerinnen Amy Poehler und Tina Fey spielen nicht nur die Hauptrolle in dieser fidelen filmischen Partysause, sondern sind auch ihre Produzentinnen. Unter der Regie von Jason Moore ("Pitch Perfect") gehen sie der Frage nach, was passieren kann, wenn zwei Schwestern auf Heimatbesuch noch einmal so viel Spaß wie früher haben wollen. Diese ungewohnte Perspektive unterscheidet die Komödie von anderen ihres Genres: Hier lassen es einmal zwei Frauen ordentlich krachen, die schon zur Elterngeneration des heutigen Teenager-Partyvolks zählen. Das führt zu einer witzigen Auseinandersetzung mit dem Erwachsenenalter und straft das Vorurteil Lügen, dass Leute in der zweiten Lebenshälfte nicht mehr zünftig feiern können.

Die Komödie sucht mit ihrem vulgär-entfesselten Tonfall die Nähe zum Erfolgsfilm "Brautalarm", in dem auch Maya Rudolph spielte, die hier als Erzfeindin Kates auftritt. Aber das Drehbuch aus der Feder von Paula Pell erzählt keine richtig ausgearbeitete Geschichte, sondern beschränkt sich weitgehend auf pure Comedy. So sind auch die Schwestern nur zum Teil in der Realität verankerte Charaktere und erwecken ansonsten mit ihrer zotenhaften Sprache den Eindruck, dass sie zu viele "American Pie"- und "Hangover"-Filme gesehen haben. Wie der zeitgleich anlaufende "Dirty Grandpa" zielt die Komödie offenbar darauf ab, mit der grotesken Lüsternheit ihrer Figuren die verklemmte Sexualmoral der US-Gesellschaft satirisch aufs Korn zu nehmen. Aber die Art und Weise, wie die Schwestern zum Beispiel den Nachbarn sexuell anmachen, ist eher abstoßend als lustig. Dieses Manko durchzieht den ganzen Film, der aber durchaus auch seine Reize hat. Sie liegen im euphorisierenden Verlauf, den die Party nach einem zähen Anfang nimmt. Die Polizei wird gerufen und abgewimmelt, aus der Waschmaschine quillt Schaum in großen Mengen, ein Gast benimmt sich nach versehentlichem Drogengenuss sehr auffällig und die angeheiterte Partyschar bewegt sich tanzend durch Haus und Garten.

Paradoxerweise holen die Schwestern mit diesem Brückenschlag in die Jugend auch einen gewissen Reifeprozess nach. Denn die Party erleichtert ihnen den Abschied vom Elternhaus und das Erwachsensein, indem sie ihnen zeigt, dass es für neuen Spaß im Leben nicht zu spät ist. Die Nebenhandlungen mit den alten Eltern und der rebellischen Tochter Kates erweisen sich jedoch als wenig ergiebig, wenn nicht gar überflüssig. Insgesamt wirkt die Komödie eher hastig zusammengestrickt und weist den Spaß, den ihre reizvolleren Passagen bieten, mit der aufdringlich ordinären Sprache in die Schranken.

Fazit: Die wilde Party-Komödie lässt zur Abwechslung einmal zwei Frauen in mittleren Jahren über die Stränge schlagen und mit vulgären Sexsprüchen protzen. Wenn sich die Feiernden mit dem Comedy-Duo Amy Poehler und Tina Fey an der Spitze das Korsett der Vernunft vom Leibe reißen, hat der Film seine starken Momente, ansonsten aber wirkt die dünne Story mit heißer Nadel gestrickt.





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