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Kritik: John Wick (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Als Actionstar hat Keanu Reeves vor allem während seiner Glanzzeiten in den 1990ern immer wieder bewiesen, dass er einen Hang zu Stoffen hat, die Genre-Maßstäbe setzen. Sei es im Klassiker "Speed" (1994), in Kathryn Bigelows Surf-Thriller "Gefährliche Brandung" (1991) oder als alle Naturgesetze brechender Held in "Matrix" (1999), der kanadische Schauspieler steht für ein Kino, in dem nicht einfach nur die Fäuste fliegen, sondern durchaus auch feinsinnigere cineastische Gelüste befriedigt werden. Dass dies immer noch so ist und der alberne "47 Ronin" (2013) wohl nur ein Ausrutscher war, beweist nun eindrucksvoll "John Wick".

Die simple Geschichte von "John Wick", die tatsächlich von nicht viel mehr handelt als einem einsamen Killer, der den Tod seines Hundes rächt, dient dabei als Aufhänger für eine ganze Reihe von erstklassig choreografierten Kampfszenen. Im Vergleich zu den vor Digitaleffekten explodierenden Superheldenspektakeln, die nach wie vor die Kinoleinwände dominieren, erweist sich "John Wick" als angenehm altmodisch: Mit nichts als Fäusten und einer Menge Pistolen bewaffnet, schießt und prügelt Reeves sich hier durch Horden von Gangstern und zerlegt dabei großartig designte Sets und Schauplätze. Neben der reichlich absurden Ausgangssituation des Films machen zahlreiche Anspielungen auf Filmklassiker wie John Woos "The Killer" (1989) oder Jean-Pierre Melvilles "Vier im roten Kreis" (1970) sowie die comichafte Inszenierung deutlich, dass die Gewalt hier in erster Linie als ästhetische Kategorie gedacht wird. Das blutige Abschlachten wird zudem durch den grimmigen Humor auf Distanz gehalten und lässt sich so aus dem Kinosessel ohne bleibende Schäden bewundern und sogar genießen.

Ebenso sehenswert wie die Actionszenen ist auch das Cast, das bis in die kleinste Nebenrolle hervorragend besetzt ist. Schauspieler wie Michael Nyqvist, Alfie Allen und Willem Dafoe verkörpern hier mit sichtlicher Spielfreude Gangster und Mörder und schaffen es dabei überraschend komplexe Figuren zu kreieren. Die große Stärke von "John Wick" besteht dann auch vor allem darin vieles anklingen zu lassen, was die Charaktere und ihre Geschichten betrifft, aber es nicht bis ins kleinste Detail auserzählen zu müssen. Somit bietet der Film nicht nur herausragende Schauwerte in Sachen Action, sondern zugleich anregendes Kopfkino.

Fazit: Hervorragend besetzter Actionfilm, der mit seinem reduzierten Plot und einer ausufernden, anspielungsreich inszenierten Gewaltorgie überzeugt.





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