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Störche - Abenteuer im Anflug
Störche - Abenteuer im Anflug
© Warner Bros.

Kritik: Störche - Abenteuer im Anflug (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Wo kommen die Babys denn nun wirklich her, seit die Störche vor 18 Jahren aus dem Geschäft ausstiegen? Das lässt die Animationskomödie aus der Feder von Nicholas Stoller ("Bad Neighbors"), der mit Doug Sweetland auch Regie führte, offen. Dem kleinen Jungen Nate, der sich nach einem Brüderchen sehnt, will sein Vater den Glauben an den Storch als total antiquiert ausreden. Und dann appelliert die Geschichte selbst an die Eltern, sich auf die Vorstellungswelt ihrer Kinder einzulassen und sich überhaupt mehr mit ihnen zu beschäftigen. Storch Junior und die junge Menschenfrau Tulip entdecken, wie unwiderstehlich und entwaffnend Babys sind. Das dient als Denkanstoß im Storchenreich, ob es wirklich so eine gute Idee war, von der alten Dienstleistung auf den seelenlosen, profitorientierten Waren-Versandhandel umzusteigen.

Komödien für die ganze Familie müssen versuchen, nicht nur den Nachwuchs, sondern auch die erwachsenen Begleitpersonen zum Lachen zu bringen. Stollers Animationsfilm ist voller Witze und Anspielungen, die sich an die Elterngeneration richtet. Ob er aber mit seinem physischen Humor und den Actioneinlagen für die Kinder genügend abwirft, ist fraglich. Das flotte Tempo und die vielen kaum erklärten Inhalte jenseits der kindlichen Erfahrungswelt dürften Zuschauer, die noch im Kindergartenalter sind, ratlos machen. Das gilt zum Beispiel für die Anspielungen auf den supereffizienten Versandhandel à la Amazon, den auch die Störche neuerdings praktizieren. Oder für die Bilder gewaltiger Energie-Explosionen, die sich im Kopf Juniors abspielen, als er von seiner Beförderung erfährt. Aber auch die vielen Witze, in denen das Baby Junior und Tulip um ihren nächtlichen Schlaf bringt und auf sonstige Weise auf Trab hält, funktionieren aus der Perspektive leidgeprüfter Eltern.

Dem Charme des meistens vergnüglich quiekenden Babys können sich nicht einmal die grimmigen Wölfe entziehen, die Junior und Tulip verfolgen. Zugleich wird aber jeglicher Rührseligkeit durch trockenen Humor vorgebeugt. Das schafft eine eigentümliche, durchaus vergnügliche Atmosphäre. Die bunte, ideenreiche Bildgestaltung wirkt sehr dynamisch und handlungsorientiert. Einer ihrer Höhepunkte ist die Fließbandpflege neuer Babys in der Fabrik der Störche, mit Stationen wie Baden, Pudern, Füttern, Bäuerchen erleichtern. Der Film bietet also routiniert reizvolle Kinounterhaltung, die für Erwachsene im Grunde besser funktioniert als für die Kleinen.

Fazit: Mit diesem Animationsfilm für die ganze Familie verweigern sich die Regisseure Nicholas Stoller und Doug Sweetland der emotionalen und naiven Erzählweise vieler Kinderfilme, preisen jedoch das Glück mit dem Nachwuchs verbrachter Stunden. Der saloppe Tonfall und zahlreiche witzige Anspielungen nehmen eher die erwachsenen Begleitpersonen der Kinder ins Visier, als diese selbst. Die visuelle Gestaltung und die actionreichen Verwicklungen haben ihren Reiz, aber die Atmosphäre wirkt etwas merkwürdig - wie Störche als Babylieferanten eben auch.





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