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Timm Thaler oder das verkaufte Lächeln
Timm Thaler oder das verkaufte Lächeln
© Constantin Film

Kritik: Timm Thaler oder das verkaufte Lächeln (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

James Krüss' 1962 erschienener Roman "Timm Thaler oder das verkaufte Lachen" gilt zwar als Klassiker, vor allem aber die Verfilmung durch das ZDF Ende der 1970er dürfte vielen im Gedächtnis geblieben sein. Andreas Dresen ("Sommer vorm Balkon", 2005) geht mit seiner Version der Geschichte nun wiederum eigene Wege: Der Regisseur folgt zwar der Grundidee des Buchs und lässt Thomas Ohrner als Hommage an die Fernsehserie auftreten, doch sonst ist sein "Timm Thaler" ein recht eigensinniges Werk.

Das wird besonders an der Welt deutlich, die Dresen hier zum Leben erweckt: Der Schauplatz ist ein knallbuntes, mit fantastischen Elementen angereichertes Deutschland der 1920er Jahre, das allerdings kein akkurates Historienbild liefert, sondern eher zeitlos wirkt. Das unterstreichen auch die Konflikte, die in diesem Kinomärchen für Spannung sorgen. Machtgier, Kapitalismus und Kolonisierung sind nur einige der ernsten Themen, die hier angesprochen werden und wohl noch lange aktuell bleiben werden. Das ist zwar durchaus kindgerecht aufbereitet, dürfte jedoch so manches Mal den Erfahrungshorizont jüngerer Zuschauer überschreiten und diese mit offenen Fragen zurücklassen.

Auch die vielen Darsteller, von denen ein Großteil aus anderen Dresen-Produktionen bekannt ist, sorgen wohl eher beim erwachsenen Publikum für einen Aha-Effekt. Axel Prahl, Charly Hübner, Nadja Uhl oder Harald Schmidt sorgen mit mal größeren, mal kleineren Auftritten für Abwechslung. Der junge Hauptdarsteller Arved Friese geht da mitunter fast ein wenig unter, was aber auch dem Umstand geschuldet ist, dass seine Figur in erster Linie durch sein verlorenes Lachen bestimmt wird und recht eindimensional gezeichnet ist.

Groß und Klein werden also beide Gefallen an dieser opulent ausgestatteten Produktion finden können, die manchmal allerdings etwas unentschlossen wirkt und sich im bunten Trubel verliert. Unterhaltsam ist das aber allemal und bietet mit Justus von Dohnányi als Baron Lefuet zudem einen herrlichen Bösewicht.

Fazit: Andreas Dresen inszeniert James Krüss' Klassiker als prominent besetztes und opulent ausgestattetes Kinomärchen. Das ist dank bunter Bilder sowie spannender Themen durchaus sehenswert, aber dürfte manches Mal doch am Erfahrungshorizont jüngerer Zuschauer vorbeizielen.





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