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The Choice - Bis zum letzten Tag
The Choice - Bis zum letzten Tag
© Central Film © Wild Bunch

Kritik: The Choice - Bis zum letzten Tag (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit schöner Regelmäßigkeit kommen die Verfilmungen der vielen Romane von Nicholas Sparks in die deutschen Kinos. Mittlerweile können sie das Genre des hoch romantischen Liebesfilms schon fast für sich allein beanspruchen. Als Verfechter konservativer, religiöser Werte erzählt Sparks gerne Geschichten über Männer, die sich für immer binden, denn natürlich finden sie früher oder später auch die passende Frau. Der Gleichklang der Herzen entwickelt dann nicht selten eine im Prinzip göttliche Kraft, die den schnöden oder schrecklichen Lauf der Dinge korrigieren kann. Auch Zufälle führen in diesem Universum oft Regie, und zwar auf eine Art, die sich nur schwer oder gar nicht mit irdischer Wahrscheinlichkeit erklären lässt.

Sparks' Romane und die dazu gehörigen Filme, bei denen er oft als Produzent fungiert, wirken in der heutigen Zeit hochgradig altmodisch und können deshalb auch wiederum betören. Denn auch der moderne Mensch wartet ja insgeheim gerne auf diese alles verzehrende Liebe, die ihn nie mehr loslassen wird. Unter den Sparks-Verfilmungen gibt es richtig schöne und solche, bei denen Kitsch und Unglaubwürdigkeit überwiegen. "The Choice – Bis zum letzten Tag" gehört leider nicht zu den besten. Das liegt nur teilweise an der Idee einer Genesung gegen jede medizinische Wahrscheinlichkeit. Vor allem hält sich der Film nicht lange mit der Charakterzeichnung auf. Regisseur Ross Katz und Drehbuchautor Bryan Sipe fand offenbar keine andere Lösung, um die große Zeitspanne, über die sich die Geschichte erstreckt, in den Griff zu kriegen.

Weil es prinzipiell also etwas eilt, müssen große Kontraste unter einen Hut gebracht werden. Travis ist der schlagfertige, stets lässige Charming Boy – eine Seltenheit im Sparks-Universum. Dann aber steuert er trotzdem zielstrebig die große Ernsthaftigkeit an. Dieser Spagat ist kaum zu leisten, und Benjamin Walker schafft ihn auch deshalb nicht, weil er dafür nur stereotype Dialogzeilen zur Verfügung hat. Teresa Palmer kann als fröhliche Gabby schon eher überzeugen. Wichtiger als emotionale Authentizität ist dem Film aber das gute Aussehen der Protagonisten in malerischer Landschaft. Am Drehort, der Küste von North Carolina, sitzt Travis gerne auf der eigenen Wiese im Lehnstuhl und betrachtet die Abendstimmung über dem Wasser. Die Geschichte ist gefällig, wühlt aber nicht so sehr auf, wie beabsichtigt.

Fazit: Eine große Liebe, die holprig beginnt, schickt sich an, den Tod zu vertreiben. Auch diese romantische Geschichte aus dem Universum des Schriftstellers Nicholas Sparks greift beherzt und umstandslos nach den Sternen, aber die Inszenierung flüchtet sich unterwegs lieber in sehr schöne Bilder von attraktiven Menschen in einer Urlaubslandschaft. Die Hauptdarsteller Benjamin Walker und Teresa Palmer bekommen nicht genug Spielraum für die emotionale Bandbreite ihrer Figuren, so dass vieles Behauptung bleibt.





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