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Schubert in Love: Vater werden ist (nicht) schwer
Schubert in Love: Vater werden ist (nicht) schwer
© Wild Bunch

Kritik: Schubert in Love: Vater werden ist (nicht) schwer (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

"Es ist Kunst, ohne Anspruch", sagt Olaf Schubert über sein Kinofilmdebüt. Das klingt fast so schlimm wie Komödie ohne Humor, aber obwohl die Bezeichnung Anti-Komödie hier nicht ganz verkehrt wäre, gibt es durchaus auch etwas zu lachen. Nur ist dieser verklemmte Typ, der wie sein Darsteller Olaf Schubert heißt, merkwürdig aus der Zeit gefallen: ein Anti-Idol mit schütterem Haar und Pullunder, asexuell und mit seiner redseligen Rechthaberei auf Dauer auch furchtbar nervig. Wer den aus dem Fernsehen bekannten Comedian Olaf Schubert nicht kennt, und das dürften nicht viele sein, wähnt sich womöglich gar im falschen Film. Diesem Eigenbrötler beim Herumlavieren zuzuschauen, ist ein so zeitloses Vergnügen wie Briefmarkensammeln, weil die Geschichte aus der Feder von Olaf Schubert und Stephan Ludwig nur selten mal ein sozial relevantes Thema streift.

Dass diese Komödie, die Lars Büchel inszeniert hat, aber dennoch entstehen konnte und sogar ins Kino kommt, lässt sich nur damit erklären, dass sie für eine Fangemeinde geschaffen wurde. Die Filmfigur Olaf Schubert stolpert hölzern und slapstickhaft durch ein von Anfang an überdrehtes Szenario. Denn zuerst zählt Olaf seine berühmten Ahnen auf, von Jesus über Spartakus bis zu Beethoven – oder war es Mozart? Die erscheinen in kurzen Szenen, in denen sich der Comedian entsprechend verkleidet. Dann besucht Olaf Vati und überreicht ihm Blumen, beziehungsweise irgend etwas mit einer halben Lauchstange. So geht es dann munter weiter, durch ein buntes Sammelsurium von Themen, weil es mit der Fokussierung auf die Partnerwahl eben ein bisschen hapert. Mario Adorf spielt den dominanten, missbilligenden Vati als Mann von Welt und durchaus auch mit Herz. Pamela versteht sich darauf, es zu erweichen. Die Schweizer Schauspielerin Marie Leuenberger muss gar nicht viel tun, um ein schönes Gegengewicht zum Schwätzer Olaf zu etablieren. Sie schaut ernst und gibt sich steif, aber anders als ihr neuer Freund wirkt sie niemals lächerlich.

Olaf Schuberts Metier ist der Wortwitz, und deswegen redet er in diesem Film ziemlich viel, auch in Voice-Over. "Suche Frau, Zustand egal", will er in seine Bekanntschaftsannonce schreiben. Und nach dem ersten Sex mit Pamela äußert er seine Erleichterung, dass das nun auch geschafft wäre. Der Dialogwitz ist oft ganz gelungen. Aber der Reiz der unwahrscheinlichen Beziehung von Olaf und Pamela erschöpft sich, bevor der Film sein Ende findet.

Fazit: Dieser auf den Comedian Olaf Schubert zugeschnittene Kinofilm ist als Komödie für ein Fanpublikum Geschmackssache. Um schrägen Dialogwitz ist der redselige Hauptcharakter nie verlegen und sein später Versuch, ein Kind zu zeugen und dafür eine Frau ins Bett zu kriegen, ergibt eine Geschichte mit lustigen Passagen. Aber die überdrehte, slapstickhafte Inszenierung und der unsympathisch verklemmte Filmheld sorgen auch für eine merkwürdige Atmosphäre und strapazieren die Geduld wie mit voller Absicht.





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