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Auf der anderen Seite ist das Gras viel Grüner
Auf der anderen Seite ist das Gras viel Grüner
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Kritik: Auf der anderen Seite ist das Gras viel Grüner (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die romantische Komödie, die Regisseur Pepe Danquart ("Am Limit", "Lauf, Junge, lauf!") inszeniert hat, basiert auf dem gleichnamigen Roman von Kerstin Gier. An einem kritischen Punkt ihres Lebens gestattet das Schicksal der jungen Kati, die Zeit um fünf Jahre zurückzudrehen und die Weichen neu zu stellen. So erhält sie eine Antwort auf die in letzter Zeit immer drängender gewordene Frage, was gewesen wäre, wenn sie sich lieber an den Künstler Mathias statt an den Oberarzt Felix gehalten hätte. Besonderen Reiz erhält die Zeitreisegeschichte dadurch, dass Kati nun weiß, wer Felix ist, bevor er ihr wieder über den Weg läuft. Und sie weiß auch, welche bösen Überraschungen ihren beiden Freundinnen und Arbeitskolleginnen Marlene (Elena Uhlig) und Linda (Pheline Roggan) bald blühen, wenn sie nicht besser auf sich aufpassen. Kati ist also entschlossen, nicht nur dem eigenen Leben eine neue Wende zu geben.

Allerdings gelingt es Kati nicht wirklich, Felix aus dem Weg zu gehen. Bald bleibt sogar ihre Hand in seinem Briefkasten stecken, gerade, als er zur Tür herauskommt. Solche Dinge passieren in diesem Film, der eben keine realistische Geschichte erzählt, sondern eine, die Frauenträume und -fantasien unterhaltsam bebildern will. Die Charaktere bleiben entsprechend oberflächlich, selbst die gute Kati, die ein wenig zur Schusseligkeit neigt, dient lediglich als Identifikationsfigur ohne Ecken und Kanten. Die beiden Männer in ihrem Leben bleiben ebenfalls blasse Stichwortgeber. Lebhafter gezeichnet wirken da schon Katis Freundinnen, wobei Linda wegen ihres übertriebenen Esoterik-Spleens schon wieder zur Karikatur gerinnt. Ein schönes Wiedersehen bietet der Film mit der Schauspielerin Judy Winter, die ihrer kleinen Nebenrolle der Frau Baronski Glanz verleiht. Hauptdarstellerin Jessica Schwarz hingegen wirkt hier so wie die ganze Geschichte, nett, harmlos, dümmlichen Späßen nicht abgeneigt.

Die belanglose Handlung, das halbherzige Lavieren zwischen naivem Wohlgefühl, Albernheit und behaupteten Problemen lässt den Film irgendwie unschlüssig wirken. Er hätte deutlich bissiger geraten oder sich um mehr Lebensnähe bemühen können, ohne deswegen an Komik einzubüßen. Aber im Vergleich zu den vielen völlig missratenen deutschen Komödien liegt er dennoch im Mittelfeld. Dabei ist er ungefähr so unterhaltsam wie ein Trivialroman, den man auf einer Zugfahrt liest, damit die Zeit schneller vergeht.

Fazit: Pepe Danquarts Verfilmung des gleichnamigen Romans von Kerstin Gier ist eine romantische Komödie, die sich nicht vor trivialer Unterhaltung scheut. Mit ihrem Zeitreise-Thema geht sie der Frage nach, die sich viele Menschen irgendwann im Leben stellen: Hätte man sich nicht doch lieber einen anderen Partner suchen sollen? Die gefällige Geschichte plätschert ohne großen Höhen und Tiefen dahin, wobei sie auf Biss und auf glaubwürdige Charaktere keinen besonderen Wert legt.






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