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Überflieger - Kleine Vögel, grosses Geklapper
Überflieger - Kleine Vögel, grosses Geklapper
© Central Film © Wild Bunch

Kritik: Überflieger - Kleine Vögel, grosses Geklapper (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Animationsspaß "Überflieger" ist eine Ko-Produktion aus Belgien, Deutschland, Luxemburg, Norwegen und den USA. Andererseits aber geht "Überflieger" bis zu einem gewissen Grad auch als "Ein-Mann-Projekt" durch, zumindest was Regie, Schnitt und Drehbuch anbelangt: denn für all dies zeichnete der Cutter und Filmemacher Reza Memari (mit-) verantwortlich. Die Regie übernahm er dabei gemeinsam mit Toby Genkel. Als Cutter wirkte Memari bereits bei dem Animationsfilm "Oops! die Arche ist weg" (2015) mit. "Überflieger" feierte auf der Berlinale 2017 in der Kategorie Generation Kplus seine Weltpremiere vor Presse und Publikum. Die Produktion gilt als Spin-Off des Films "Störche – Abenteuer im Anflug", der letztes Jahr in die Kinos kam.

"Überflieger" ist ein kindgerechter, phantasievoller und unterhaltsamer Spaß für junge Zuschauer zwischen vier und zwölf Jahren. Einige Anspielungen, Einfälle und Witze des Films, eignen sich aber durchaus auch noch für weit ältere Zuschauer. Denn "Überflieger" versucht häufig auch aktuell und zeitgemäß zu sein, allen voran hinsichtlich seines sympathischen, verspielten Humors. Und das gelingt. Bestes Beispiel: die internetaffinen Tauben, die auf einer Stromleitung sitzen und sich auf eine Art und Weise miteinander unterhalten, wie es vielen Kindern vom Schul- bzw. Pausenhof bekannt vorkommen dürfte.

So sind sie, während sie da auf der Leitung sitzen, z.B. miteinander "connected" und sprechen über Dinge wie "posten" oder "online" sein. Sie sind auf Facebook, nutzen "VogelMaps" (statt "GoogleMaps") und geben witzige Töne und Laute von sich, die man sonst nur von seinem Smartphone oder Tablet kennt. Hier zeigen sich die Kreativität und der Mut der Macher, auch "moderne" Inhalte und Elemente in das Werk einfließen zu lassen. Immer wieder geht der Humor des Films auch in Richtung heiterer Wortwitz und (körperbetonte) Situationskomik, was in erster Linie den beiden Nebenfiguren Kiki und Olga zu verdanken ist. Olga ist dabei die wesentlich sympathischere der beiden Figuren, denn Kikis Überdrehtheit und exaltiertes Verhalten, erinnern hier und da schon an allzu extravagante, launische und divenhafte Popstars á la Boy George oder Elton John.

Ganz anders die Hauptfigur: Richard ist beherrscht, liebenswert und dennoch mutig und selbstbewusst. Eine gut gewählte, passende und realistisch gezeichnete Identifikationsfigur, die die jungen Zuschauer sicher schnell ins Herz schließen. Auf ihrer Reise in den Süden, erleben Richard und seine Freunde allerlei bizarre Abenteuer. Langeweile kommt da garantiert nicht auf, wenn sich Richard, Olga (inklusive des imaginären Oleg) und Kiki z.B. auf hoher See, inmitten eines heftigen Sturms oder sogar bei einem Gesangswettbewerb im italienischen Palermo, beweisen müssen. Schön ist auch die Optik: reduziert und eher zurückgenommen, kommt sie nicht zu schrill, Effekte-überladen und grell daher. Die Hintergründe, Kulissen und Landschaften bestechen durch hohen Realismus, während die Figuren comichaft bzw. cartoonartig gehalten sind.

Fazit: Abwechslungsreicher, mit viel Wortwitz und Situationskomik gespickter Animationsspaß mit sympathischer Hauptfigur und toller, nicht zu überladener Optik.





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