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Gregs Tagebuch - Böse Falle!
Gregs Tagebuch - Böse Falle!
© 20th Century Fox

Kritik: Gregs Tagebuch - Böse Falle! (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Fünf Jahre nach dem 3. Kinoabenteuer von Greg Heffley kommt nun die Verfilmung eines weiteren Bands der beliebten Comicromane von Jeff Kinney heraus. Für "Gregs Tagebuch – Böse Falle!" wurden die Rollen neu besetzt, während auf dem Regiestuhl wieder David Bowers Platz nahm, der schon die beiden vorigen Filme inszenierte. Neu ist auch, dass Greg, der die Middle School für Elf- bis Vierzehnjährige besucht, diesmal das vertraute Umfeld von Schule und Zuhause verlässt. Das tut er eher widerwillig, denn die mehrtägige Autoreise zu Omas Geburtstagsfest bedeutet, sich den mütterlichen Ideen bezüglich gemeinsamer Aktivitäten zu fügen und ständig vom 16-jährigen Bruder Rodrick gepiesackt zu werden. Aber sie bietet auch die Chance, sich heimlich für ein paar Stunden zur Player's Expo abzuseilen.

Der Roadtrip der Familie Heffley ist durchzogen von Pleiten, Pech und Pannen, die das Zusammengehörigkeitsgefühl paradoxerweise dennoch stärken. Er ähnelt damit Komödien wie "Die Chaoscamper" und "Vacation – Wir sind die Griswolds". Gregs typische Art, zwischen gewünschtem Image und Peinlichkeit zu lavieren, tritt dafür etwas in den Hintergrund. Die Reise ist hier also das Ziel und mit ihr Mutters Wunsch, eine schöne Zeit miteinander zu verbringen. Es gehört praktisch schon zu den Regeln des Genres, dass das junge Publikum auch mit Ekelwitzen bei Laune gehalten wird. Also fehlt es hier nicht an Kakerlaken im Motel, üppigen Schlammspritzern und Fäkalhumor. Ebenfalls vorhanden ist eine antagonistische Familie, die die ganze Reise zu überschatten droht. Ein neuer Passagier in Gestalt eines kleinen Ferkels sorgt für lustige Verwicklungen und erobert erwartungsgemäß die Herzen der Zuschauer. Für Spannung sorgen wiederum die recht gelungenen kurzen Persiflagen auf Hitchcocks "Vögel" und die berühmte Duschszene aus "Psycho".

Jason Drucker versetzt sich gut in Gregs Charakter, der eigentlich Problemen aus dem Weg gehen will und sie dabei erst recht anzieht. Der angepasst wirkt und dennoch rebellisch denkt. Leider bekommt er wenig wirklich pfiffige, pointensichere Dialogsätze, wie sie auch zum Stil der selten beigefügten animierten Comiczeichnungen passen würden. Bruder Rodrick macht diesmal bedauerlicherweise einen ziemlich minderbemittelten Eindruck und auch Mutter Susan mimt zu sehr die unbekümmerte Stoikerin, um menschlich glaubhaft zu sein. Dennoch wird auch bei dieser Komödie ein wenig von der speziellen Wohlfühlatmosphäre spürbar, die Filme über Familienurlaube in der Regel kennzeichnet.

Fazit: Die vierte Kinoverfilmung eines Bands aus Jeff Kinneys beliebter Comicromanreihe verwandelt das originelle Schmunzel-Universum des Mittelschülers Greg Heffley in ein ganz normales Familienroadmovie. Mit Ekelwitzen, Konflikten wegen der Handynutzung und unliebsamen Abenteuern unterwegs weiß die Komödie durchaus zu unterhalten. Aber die Besetzung mit neuen Schauspielern wurde vor allem in den Nebenrollen zu wenig genutzt, um die Profile der Charaktere zu stärken.





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