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Grießnockerlaffäre
Grießnockerlaffäre
© Constantin Film

Kritik: Grießnockerlaffäre (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Das Genre des neuen bayerischen Heimatfilms bewegt sich immer mehr in Richtung Regionalkrimi. Als besonders beliebt haben sich die Verfilmungen der Krimikomödien von Bestsellerautorin Rita Falk erwiesen. Darin ermittelt der niederbayerische Dorfpolizist Franz Eberhofer im heimatlichen Niederkaltenkirchen und ist permanent frustriert, weil es mit dem Respekt vor der Amtsperson hapert. Oft ist ihm auch schlicht langweilig, aber zum Glück richtet ihn die Oma mit ihrer formidablen Kochkunst Mahl für Mahl moralisch wieder auf. Das ist vermutlich auch der Hauptgrund, warum Franz die Abnabelung von Zuhause irgendwie scheut und seine Susi konsequent hinhält, wenn sie wieder vom Zusammenleben und der Ehe träumt.

An diese Koordinaten hält sich auch der vierte Film der Reihe, den Regisseur Ed Herzog nach einem Drehbuch von Stefan Betz inszeniert hat. Wer die urigen Dorfcharaktere liebgewonnen hat, wird sich natürlich auf ein Wiedersehen mit Franz, der Oma, dem Vater, der einige sehr witzige Auftritte bekommt, der Susi, den Stammtischbrüdern und weiteren Nebenfiguren freuen. Es macht den Charme dieser insgesamt sehr gelungenen Buchverfilmungen aus, dass die Charaktere sehr authentisch wirken. Die Situationskomik und der Dialogwitz demonstrieren sehr treffend, dass die Uhren auf dem Dorf immer ein wenig anders gehen. Man muss sich arrangieren und immer wieder einmal ein Auge zudrücken, so dass der individuelle Freiraum einerseits eingeschränkt bleibt, andererseits aber auch wieder gesichert wird. Diese Dialektik kennzeichnet die meisten Beziehungen, in denen Franz steckt oder die er vorübergehend eingehen muss, wenn er in einem neuen Fall ermittelt.

Wichtiger als die vordergründig interessante Frage, wer jetzt wen umgebracht hat, ist in dieser Geschichte der belustigte Blick auf merkwürdige Alltagsphänomene wie den Kreisverkehr. Dieser verleitet Franz dazu, einige Runden zu viel zu drehen, nur so aus Jux und um sich ein wenig abzureagieren. Man muss allerdings feststellen, dass die Handlung gelegentlich stark zum Slapstick tendiert. So wirft sich Franz zum Beispiel beim Verfolgen einer verdächtigen Person mitten auf einem erdigen Acker auf diese, nun ja, sonst hätte sie zwar auch nicht entkommen können, aber die Szene womöglich mit sauberer Kleidung überstanden. Den stärksten Film der Reihe bekommt man hier nicht zu Gesicht, aber es geht weiter, denn der Nachfolger "Sauerkrautkoma" ist bereits geplant.

Fazit: Sein viertes Leinwandabenteuer beschert dem Dorfpolizisten Franz Eberhofer wieder mehr Frust als Lust, denn er wird des Mordes verdächtigt und die Oma kocht nur Grießknödelsuppe. Die Fans der Komödienreihe, die auf den Regionalkrimis der Schriftstellerin Rita Falk basiert, erwartet ein insgesamt lohnendes, amüsantes Wiedersehen mit treffend gezeichneten Provinzcharakteren. Leider dirigiert Regisseur Ed Herzog manche Szenen in Richtung Blödelspaß, der eher nach Verlegenheitslösung aussieht. Zum Glück aber gibt es auch diesmal noch viel gelungenen Dialogwitz.





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