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Deutsche Filmstarts: Krieg um den Planet der Affen

Wer fällt auf "Emoji" rein?

Der dritte Teil der neu aufgelegten "Planet of the Apes"-Reihe steht ins Haus und damit weiteres Staunen über die heutigen Möglichkeiten von Motion Capture-Darstellungen. Während schweizerische und deutsche Komödien wie "Die göttliche Ordnung" und "Grießnockerlaffäre" keinem weh tun, ergeht der Warnhinweis vor dem fürchterlichen "Emoji - Der Film". Was lohnt den Kinobesuch? Und wo hält man sein Portemonnaie lieber geschlossen?

"Planet der Affen: Survival"

Science Fiction
USA
140 Minuten
FSK 12

US-Science Fiction-Film und dritter Teil der Reboot-Reihe über die intelligenten Affen um den Anführer Caesar (Andy Serkis), die in einen Kampf mit einem bösen Colonel (Woody Harrelson) und seiner Söldnerarmee verwickelt werden. Wer hätte gedacht, dass - nach Tim Burton's überflüssiger Neuverfilmung von 2001 - die alte "Planet of the Apes"-Reihe nochmal in solchem Glanz erstrahlen würde? Nach den beiden großartigen "Rise of the Planet of the Apes" und "Dawn of the Planet of the Apes" ist Regisseur und Drehbuchautor Matt Reeves ein zweites Mal nach "Dawn" hinter die Kamera getreten und liefert wieder einen starken und ergreifenden Film ab. Die Atem beraubenden Spezialeffekten zeigen, um wie viel weiter sich die Computertechnik schon wieder seit "Rise" im Jahr 2011 entwickelt hat. Kritiker und Publikum sind von der 20th Century Fox-Produktion begeistert; etwas Wasser gießt unsere Kritikerin Bianka Piringer in den Qualitätswein: "Ein bildgewaltiges Spektakel mit beeindruckenden Kulissen und schauspielerischen Darstellungen in Performance-Capture-Technik. Der Genuss der tollen Schauwerte und des eindringlichen Plädoyers für den Wert der Nächstenliebe wird ein wenig abgemildert durch die Langatmigkeit und die teilweise fehlende Dynamik der Geschichte."

"Emoji - Der Film"
Animation
USA
86 Minuten
FSK 0

US-Animationsfilm über einen Schüler sowie den Emojis in seinem Smartphone, die als eigenständige Akteure in ihrer digitalen Welt turbulente Abenteuer erleben. Das "Ende der Welt", das einige Kritiker ob dieses Schmarrns, der wohl in seinen kühnsten Träumen glaubt, eine "Inside Out"-Variation zu sein ("Alles steht Kopf"), prophezeit haben, tritt wohl nicht ein. Besonders dann nicht, wenn man mit seinen Kindern statt dessen lieber noch mal "Ich - Einfach unverbesserlich 3" anschaut. Fraglos einer der schlechtesten Filme des Jahres und durchaus auch aller Zeiten, den Regisseur und Drehbuchautor Tony Leondis ("Igor") hier für Columbia Pictures verzapft hat - gestraft mit miesen Kritiken und selten gesehener Zuschauerablehnung. Unsere Rezensentin Bianka Piringer hat es auch nicht gefallen: "Es liegt nicht an der liebevollen Gestaltung der virtuellen Schauplätze, dass die Geschichte insgesamt eher enttäuscht. Vielmehr stört es, dass die Charaktere emotional relativ reizlos bleiben und durch eine Handlung gejagt werden, die viele Themenpunkte nur oberflächlich streift und in der die Witze oft nicht zünden."

Unsere Empfehlung: Spart Euch das Geld!

"Das Gesetz der Familie"
Krimi
Großbritannien
99 Minuten
FSK 16

Britischer Kriminalfilm über einen Mann (Michael Fassbender), der sich aus der Abhängigkeit seines irischen Clans, der in einer Wohnwagensiedlung lebt und sich mit Einbrüchen über Wasser hält, befreien will. Der englische Regisseur Adam Smith gibt nach Arbeiten im Fernsehen und mit Musikvideos sein Spielfilmdebut, das von den beiden starken Hauptdarstellern Michael Fassbender und Brendan Gleeson profitiert. Ansonsten aber schlingert die Koch-Produkion durch Nebenhandlungen und ungeschickte Änderungen der Tonlage. Die Kritiken sind gemischt, das Publikum mag "Trespass Against Us" (Hausfriedensbruch bei uns - so der Originaltitel) nicht. Unser Kollege Björn Schneider dagegen hebt den Daumen: "Trotz einer beliebigen Handlung und einiger Unglaubwürdigkeit in den Entscheidungen einer der Hauptfiguren, überzeugt der Film dank eines bärenstarken Hauptdarstellerduos und der pulsierenden, schneidigen Action-Szenen."

"Final Portrait"
Drama
Großbritannien
94 Minuten
FSK 0

Britisches Drama über den Künstler Alberto Giacometti (Geoffrey Rush) und seine von Selbstzweifeln geprägte Arbeit am Porträt eines Freundes (Armie Hammer). Der US-Regisseur und Drehbuchautor Stanley Tucci ("Joe Gould's Secret") hat diese wahre Geschichte aus dem Jahr 1964 als ein leises, teilweise fast theatralisch anmutendes Werk in Szene gesetzt, das interessante Fragen über den Schaffensprozess aufwirft, sich aber nicht gerade zu dramatischen Höhen aufschwingt. Kritiken und Zuschauermeinungen für die Prokino-Produktion sind wohlwollend, so auch unser Kritiker Ralf Augsburg: "Ein teilweise amüsantes und anrührendes Drama, das sich mehr auf die Schauspielkunst als auf eine packende oder erkenntnisreichende Geschichte verlässt."

"Die göttliche Ordnung"
Komödie
Schweiz
96 Minuten
FSK 6

Schweizerische Komödie über eine junge Frau (Marien Leuenberger) im Jahr 1970, die sich von der "braven" Hausfrau und Mutter zur Frauenrechtlerin wandelt und gegen zahlreiche Widerstände im Dorf und in der Familie für das Frauenwahlrecht eintritt. Ja, man mag es kaum glauben, aber erst 1971 stimmten die schweizerischen Männer für das Wahlrecht ihrer weiblichen Bevölkerungshälfte. Regisseurin und Drehbuchautorin Petra Volpe ("Traumland") bildet diese Volte sympathisch ab und fängt stimmig und stimmungsvoll - indes mit manchen Klischees und ohne Tiefgang - den Geist jener Zeit ein. Bei den Schweizer Filmpreisen erhielten das Drehbuch, Hauptdarstellerin Marien Leuchtenberger und Nebendarstellerin Rachel Braunschweig einen Preis. Unser Rezensent Carsten Moll ist kein spezieller Freund dieser Alamode-Produktion: "Trotz ihrer richtigen Botschaft und einer starken Bildgestaltung kann die Dramödie nicht überzeugen und langweilt mit flachen Figuren sowie plakativen Dialogen."

"Grießnockerlaffäre"
Komödie
Deutschland
98 Minuten
FSK 12

Deutsche Krimikomödie über einen niederbayerischen Dorfpolizisten (Sebastian Bezzel), der selbst unter Mordverdacht gerät. Um seine Unschuld zu beweisen, muss er auf eigene Faust den wahren Täter überführen. Nach "Dampfnudelblues", "Winterkartoffelknödel" und "Schweinskopf al dente" hat Regisseur Ed Herzog auch den vierten Roman von Rita Falk um den Polizisten Franz Eberhofer aus dem Jahr 2012 verfilmt. Noch zeigt die Constantin-Reihe keine Ermüdungserscheinungen: Der neue Aufguss ist witzig, sarkastisch, teilweise klamaukig und bringt wieder skurrile und liebenswerte Typen auf die Leinwand. Die Kritiken sind positiv, so auch diejenige - wenn auch mit Einschränkungen - unserer Kollegin Bianka Piringer: "Ein insgesamt lohnendes, amüsantes Wiedersehen mit treffend gezeichneten Provinzcharakteren und viel gelungenem Dialogwitz. Leider dirigiert Regisseur Ed Herzog manche Szenen in Richtung Blödelspaß, der eher nach Verlegenheitslösung aussieht."

Hier geht es zu den kompletten Filmstarts



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