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Kritik: Félicité (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Dem europäischen Blick mögen bei diesem senegalesischen, im Kongo spielenden Drama verschiedene Ebenen und Anspielungen verborgen bleiben, aber festzuhalten bleibt: Für einen rund zweistündigen Streifen fehlt dem französischen Regisseur und Drehbuchautor Alain Gomis hier schlicht der Stoff. Die Handlung um eine Frau, die ihren Stolz hinten anstellen muss und ihn doch nicht verliert, macht den Hauptteil des Geschehens aus und bietet einige stärkere Momente, die von den Schauspielern glaubhaft gespielt werden.

Doch gerade das letzte Drittel mäandert quälend langsam einem Ende entgegen, das von der neuen Sichtweise Félicités auf ihren Bekannten Tabu angetrieben wird, die sich dem Zuschauer aber kaum erschließt und so unbefriedigend bleibt. Ebenso wie die eingefügten Traum- und Orchestersequenzen und eine einmal eingefügte, ansonsten nie wieder auftauchende Stimme aus dem Off. Regisseur Gomis argumentierte, ohne die Orchesterszenen würde seinem Werk etwas fehlen; das bleibt zweifelhaft.

Die Aufnahmen vor Ort vermitteln ein realistisches Bild eines Lebens, das täglich durch Gewalt, Armut und Kriminalität bedroht ist, und zeigt Menschen, die ihren Mitmenschen nicht egal sind, und die in ihrem Tun Würde und Erfüllung finden wie Félicité in ihrem Gesang. Es ist schade, dass Gomis, der die Kamera häufig in Nahaufnahme an die Gesichter seiner Figuren heftet, sich nicht auch in seinem gesamten Erzählbogen mehr hat fokussieren können.

Fazit: Langatmiges, ausgewalztes Drama, dessen Figurenentwicklung nicht schlüssig ist und dessen Versuche, magischen Realismus einzuflechten, nicht überzeugen.





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