Ed Harris beschäftigte sich 16 Jahre lang mit dem US-Maler Jackson Pollock und inszenierte sich dann selbst in dieser Rolle. Ein bemerkenswert gelungenes Drama, die Biographie eines schwierigen Genies, exzellent gespielt und packend erzählt...
Inhalt
Ed Harris führte Regie und spielte die Hauptrolle in dieser Leinwandbiographie von Jackson Pollock, dem abstrakten US-Maler. Sein zügelloses Temperament und seine Alkohlkrankheit sind die Kehrseite seiner Begabung. So wird Pollock zwar zum gefeierten Star, aber er zerstört sich selbst und stirbt vorzeitig.
Ein ganzes Jahrzehnt arbeitete Ed Harris an
seiner Künstler-Biographie über den
amerikanischen Action-Painter Jackson
Pollock, recherchierte Einzelheiten aus dem
Leben des eigenbrödlerischen Malers und
versuchte sich ein genaues Bild zu machen,
nur um dann einen Film zu drehen, der wie
eine seelenlose Aneinanderreihung einzelner
Lebensabschnitte des bedeutenden
Vertreters der modernen Kunst daherkommt.
In korrekter Form präsentiert Harris Aufstieg
und Fall einer labilen Psyche, ohne ein
Verhältnis zur Persönlichkeit Pollocks
aufzubauen. Die Motivation des Malers, ein
Leben als Künstler zu führen, seine spezielle
Art zu malen - Farbe mit Pinsel oder Stöcken
auf die Leinwand zu träufeln – verlangt mehr,
als gute Recherche der Fakten. Das
Bildermedium Film müsste sich an eine
Interpretation der Persönlichkeit Pollocks,
wenn auch nicht unbedingt eine eindeutige,
heranwagen, um über die trockene Qualität
eines Lexikonartikels hinauszugelangen. Aber
genau das traut sich Harris nicht, weil er
befürchtet Pollock nicht gerecht zu werden.
Im Ergebnis ergibt das einen stets
gelangweilt dreinblickenden Ed Harris in der
Rolle des Jackson Pollocks, der völlig
unverständliche Dinge tut, und dadurch
ständig ein Fremder bleibt, der uninteressant
erscheint. Lediglich Marcia Gay Harden als
Ehefrau des Malers kann deutlich Punkte
sammeln. Mit einer hinreißenden Energie legt
sie die Frau an, welche in bedingungsloser
Liebe zu Pollock an dessen Seite bleibt. Das
ergibt ein bemerkenswertes emotionales
Portrait einer Muse, so dass der Film
eigentlich Krasner statt Pollock heißen
müsste.