Wiederaufführung der süßen amerikanischen Komödie von 2000, die hier zu Lande ein großer Erfolg wurde. Juliette Binoche bringt mit ihren Süßigkeiten das Liebesleben eines französischen Dorfes durcheinander und den Bürgermeister gegen sich auf...
Inhalt
Frankreich, ein kleines Dorf, 1959: Ausgerechnet in der Fastenzeit eröffnet die mysteriöse Fremde Vianne Rocher einen bezaubernden Laden für Schokolade und Pralinen aller Art. Dem streng puritanischen Kirchendekan de Reynaud ist das Schokoladenparadies ein Dorn im Auge. Dabei hat Vianne ein besonderes Gespür für ihre Kunden: Sie findet für jeden das Praline oder die Schokolade, die seiner Persönlichkeit entspricht. Und so entwickelt sich der kleine Laden bald zum geheimen Mittelpunkt des Ortes, zu dem jeder seine Sorgen, Wünsche und Träume trägt. Als der Comte de Reynaud seine Macht über die Dörfler schwinden sieht, erklärt er Vianne den Krieg und ruft die Leute zum Boykott der Chocolaterie auf...
Knapp ein Jahr ist seit dem "Oscar"-Gewinner
"Gottes Werk und Teufels Beitrag", Lasse
Hallströms letztem Film, vergangen. Die
ähnliche Konstellation von "Chocolat" - auch
eine märchenhafte Romanadaption, die ein
berührendes Menschenschicksal mit
Starbesetzung schildert - legt die Vermutung
nahe, der Regisseur wolle den Erfolg mit
gleichen Mitteln erneut beschwören.
Obwohl Hallström qualitativ anspruchsvoll
den Sinnen schmeichelt, bleibt seine Fabel
von der Herauslösung aus der strikten
moralisch-katholischen Tradition und den
lustfeindlichen Denkverboten erstaunlich
konventionell. Nicht unbedingt bieder, aber
deutlich zu brav erzählt er mit langen Atem ein
die Exotik zur Magie verklärendes Lehrstück
über eine verkorkste Dorfgemeinschaft.
Mit etwas mehr Chuzpe wäre jedes Element
zur Blüte gereift, so bleibt es bei einer
eindimensionalen Problemaufzählung, die
allein in ihrer Quantität überladen wirken und
nur recht formelhaft und oberflächlich
behandelt werden. Selbst die Charaktere sind
ohne Eigenleben, manche sogar reine
Holzschnitte.
Mag auch vieles unterentwickelt und vor allem
die emotionelle Intensität von "Gottes Werk..."
weit verfehlt worden sein, ist "Chocolat" eine
weitgehend wohlschmeckende Süßspeise,
die man trotz gelegentlicher Fertigungsmängel zu
goutieren weiß.