Meryl Streep und Philip Seymour Hoffman spielen die Hauptrollen in "Doubt", der Verfilmung eines Pulitzerpreis- und Tony Award gekrönten Theaterstücks von John Patrick Shanley
Inhalt
Bronx, 1964: Der charismatische Priester Flynn (Philip Seymour Hoffman) wird an die St. Nicholas Schule versetzt. Seine Bemühungen, die strikten Regeln zu durchbrechen, sind der strengen Direktorin Schwester Aloysius Beauvier (Meryl Streep) von Anfang an ein Dorn im Auge. Als Flynn sich scheinbar zu aufopfernd um den ersten und einzigen schwarzen Jungen der Schule kümmert, wächst bei Schwester Beauvier und der jungen Schwester James (Amy Adams) ein dunkler Verdacht. Ohne eindeutige Beweise beginnen sie einen persönlichen Feldzug gegen den dynamischen Priester.
8martin vom 15.04.2012 Die katholische Kirche hat es damit immer wieder in die Schlagzeilen geschafft. So ist das Thema ?Missbrauch? immer wieder hoch aktuell. Die Medien berichteten von tatsächlichen, nachgewiesenen Fällen. Hier steht aber lediglich eine Vermutung der stock-konservativen, fundamentalistischen, lebensfeindlichen Schwester Alyosius im Mittelpunkt. Die spielt Meryl Streep beängstigend authentisch. Selten hat sie so voller Hass und versteckter Feindschaft dreingeblickt und gleichzeitig Verunsicherung mit Gewissheit und hehren Absichten verbunden. Sie erweckt anfangs Verärgerung und Ablehnung, später Mitleid. Ihr Gegenspieler ist der freundliche, hilfsbereite und herzensgute Pater Flynn (Philip Seymour Hoffman). Er hat nichts Verwerfliches getan, muss sich nur gegen die üble Verleumdung wehren. Erschwerend kommt noch hinzu, dass es ein farbiger Junge ist. Die Auseinandersetzung der beiden so unterschiedlichen Charaktere ist hohe Schauspielkunst und die Dialoge beackern das ganze Feld dieses so unerfreulichen Themas. Die berufliche Zukunft von Pater Flynn überrascht nicht. Nur die etwas zu kurz geratene, tränenreiche Einsicht von Schwester Aloysius kommt etwas unerwartet und wenig überzeugend. Da läuft schon der Abspann. Man muss einfach weiterdiskutieren.