filmfuzzy vom 27.10.2009?TANNÖD?
?Based On A True Story? heißt bei den meisten Filmen aus USA in letzter Zeit. Da kann doch der deutsche Film nicht dahinter zurückstehen, oder. Also dieser Film hat im Vorspann auch diesen Hinweis ?basierend? auf einer wahren Begebenheit. Das sind nicht die einzigsten Übereinstimmungen. Vielmehr erinnert dieser Streifen an ?The Texas Chain Saw Massacre" (in deutsch auch unter ?Blutgericht in Texas") Allerdings wurden dort die bösen Buben ermittelt.
Abgelegen im blauschwarzen Tannenwald liegt er, der Mordhof. Hier wurde die gesamte Familie Danner brutal mit der Spitzhacke erschlagen, auch die Kinder und
die neue Magd. Niemand im Dorf hat von der grausamen Tat etwas mitbekommen. Wundern tut es aber keinen, war doch der alte Danner (Vitus Zeplichal) ein alter
Tyrann und Geizhals, der es sich mit jedem in der Umgebung verscherzt hatte. Seine frömmelnde Frau (Lisa Kreuzer) sprach mit niemandem, und die Kinder seiner
Tochter Barbara (Brigitte Hobmeier) sollen auch von ihm gewesen sein ...
Als zwei Jahre später die 26-jährige Krankenschwester Kathrin im Dorf auftaucht, um ihre Mutter zu beerdigen, gehen noch immer Angst und Schrecken um im Ort. Denn
den Mörder, den hat man nie gefunden. Die Leute sind überzeugt, dass es ein Fremder war, denn zu so einer so grausamen Tat ist einer von ihnen nicht fähig.
Ganz allmählich fangen die anfangs misstrauischen Dorfbewohner an, Kathrin zu erzählen, was sie wissen von dem brutalen Mord.
Lange wurde geschwiegen, und nun sind sie froh, dass sie jemandem von außen von der Tat berichten und ihre Seele entlasten können. Denn dass alle die Verantwortung für das Geschehene mittragen, wissen sie schon lange. Immer deutlicher treten die bigotten Strukturen der frommen Dorfgemeinschaft zu Tage, und auch die verzweifelten Fürbitten bringen keine Erlösung.
Jeder wusste, was auf dem Tannödhof vor sich geht, niemand hat etwas unternommen. Erschreckende Andeutungen über ihre Mutter und ihren ihr unbekannten Vater im Zusammenhang mit dem Mord an den Danners irritieren Kathrin. Sie beginnt zu ahnen, dass der Fall mehr mit ihr zu tun hat, als ihr lieb sein kann.
Eine düstere und unheilvolle Geschichte, die genau so düster und verschwommen in ihren Bildern erzählt wird. Mit hervorragenden Schauspielern und Charakteren wie sie selten in deutschen Filmen zu sehen sind.
110 Minuten ? spannend gemachtes Novemberkino.
Ab 19. November im KINO.