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Kritik: Schweinchen Babe in der großen Stadt (1998)


Was in der Filmbranche ein Sleeper ist, ließ sich vor drei Jahren trefflich am Beispiel der australischen Produktion "Schweinchen Babe" erklären. Selbst von Produzenten- und Verleihseite wurde der Film ohne allzu weitgehende Erwartungen gestartet. Und überall wo der Film anlief war die Publikumsreaktion ähnlich:
Nach verhaltenem Start entwickelte der Film sein Umsatzpotential erst im Laufe einiger Wochen. Normalerweise setzt ein Film in der ersten Woche am meisten um und läßt dann kontinuierlich nach. Jedenfalls wurde die warmherzige Geschichte des gutmütigen Schweins Babe zu einer der größten Überraschungserfolge im Kino der 90er Jahre.
Schon damals wunderten sich Insider, daß der verantwortliche Produzent für diesen exemplarischen Familienfilm George Miller hieß. Immerhin hatte der Australien mit seiner Mad Max Triologie in den 80er Jahren neu Maßstäbe im Gewalt- und Actionbereich gesetzt. Für die Fortsetzung von "Babe" zeichnet Miller nun gar als Regisseur und Autor verantwortlich.
In Amerika bzw. in Hollywood hat "Schweinchen Babe in der großen Stadt" bereits für erhebliche Unruhe gesorgt. Für alle Beteiligten überraschend ist der Film dort nämlich fiaskös geflopt. Vermutlich liegt dies in erster Linie daran, daß "Babe 2" nicht ganz so leicht zugänglich ist wie der erste Teil und auch ein Stück düsterer als dieser. Wie geistreich der Film komponiert ist, mag sich für viele durchaus erst beim zweiten Anschauen erschließen. Das heißt, der Film setzt ein aufgeschlossenes Publikum voraus, das seine Aufmerksamkeit der Leinwand und weniger dem Popkornbecher widmet.
Wer zu ersterem bereit ist, der wird einen wunderbaren und durchaus vielschichtigen Film entdecken, der allerdings mehr mit Fellini als mit Disney zu tun hat. Wie der Titel andeutet, verschlägt es das gekürte Schäferschwein mit dem Herz aus Gold in eine (besser die) Stadt. Daß dort die Sitten etwas rauher sind als auf der heimischen Farm, versteht sich und ist Thema des Films, wie auch die Erkenntnis, daß den Widrigkeiten des Stadtlebens am besten mit einer gehörigen Portion Bauernschläue zu begegnen ist. An der Seite von Babe tummeln sich diesmal Hunde und Katzen sowie eine Affenfamilie. Nach überstandenen Abenteuern findet sich die ganze Vierbeinerschar dann aber doch auf dem Lande ein und zwar dort wo alles anfing: auf Hogetts Farm. Auch wenn die Regie- und Drehbucheinfälle vielleicht hier und da einen Purzelbaum zu viel schlagen, ist "Babe 2" ein herrlicher Film, der dem Charme des ersten Teils in nichts nachsteht.





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