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Kritik: Patch Adams (1998)


Der Arzt vom Dienst: Nach "Good Will Hunting" und "Hinter dem Horizont" verkörpert der Komödiant Robin Williams alias "Patch Adams" nun schon zum dritten Mal in Folge einen Mediziner. Doch während sich Williams zuletzt eher im ernsten Fach versuchte und für seine Psychiater-Rolle in "Good Will Hunting" mit einem Oscar belohnt wurde, findet der 46jährige Schauspieler in Tom Shadyacs tränenreicher Medizinersaga wieder zu seinen Wurzeln als Komiker zurück.

Treffsichere Einzeiler und hemmungslose Clownerie gehören spätestens seit "Good Morning Vietnam" zu Robin Williams' Markenzeichen, und diese Vorzüge sind es auch, die "Patch Adams", zumindest in der ersten Hälfte des Films, zu einem durchaus amüsanten und mitunter sogar geistreichen Vergnügen machen. Erfolgsregisseur Shadyac – als Macher von "Ace Ventura", "Der Dummschwätzer" und "Der verrückte Professor" mit dem Terrain der seichten Komödie bestens vertraut – wagt mit "Patch Adams" aber auch den Sprung zum moralisierenden Meldodram und landet dabei prompt im Abseits.

Der mit guten Absichten und vorhersehbaren Versatzstücken gepflasterte Film wird seinem eigenen Anspruch nämlich nur bedingt gerecht: Das Drehbuch folgt erbarmungslos dem Schema F und mündet am Ende gar in eine abgedroschene Rechtfertigungsszene vor den Professoren der Universität, in welcher der Protagonist mit verkitschten Worten all das noch einmal aufarbeiten darf, was das Kinopublikum zuvor bereits gesehen hat.

Da hilft es auch wenig, daß das formelhafte Drama um den Mediziner Adams und seiner Vision, ein kinderfreundliches Krankenhaus als Mischung aus Heilanstalt und Disneyland zu bauen, auf einer wahren Geschichte basiert. Der richtige Patch Adams sammelt indes immer noch – auch hierzulande – Spenden für sein ehrgeiziges Millionenprojekt und ist diesem Ziel mit Hilfe des Films ein gutes Stück näher gekommen.

Ende gut, alles gut.





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