VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Die Villa (2000)


Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr muß das toskanische Florenz kurz vor Ausbruch des 2. Weltkriegs als historische Filmkulisse herhalten für eine Geschichte, die den italienischen Faschismus streift und die kulturellen Unterschiede zwischen Engländern und Amerikanern beleuchtet. Es ist schon verblüffend, wie viele Parallelen sich zwischen Zeffirellis "Tee mit Mussolini" und Philip Haas "Die Villa" ziehen lassen.

Die Unübersehbarste ist die, dass beide Filme völlig misslungen und höchst langweilig sind. Und, eine weitere Parallele, in beiden Fälle liegt dies zuerst am Drehbuch. "Die Villa" hat weder erzählerischen Rhythmus noch einen erzählerischen Kern. Lange Zeit ist weitgehend unklar, worum es eigentlich geht. Dass das Ganze dann auch noch mit seltsam hölzernen Dialogen ziemlich geschwätzig daherkommt und mit hahnebüchenen Sprüchen ("Liebes ich bin dir so zugetan, ich mache mir immer Sorgen, ganz gleich wo du bist") nervt, tut ein Übriges.

Florenz in den späten Dreißigern. In der feinen Gesellschaft der britischen Kolonie bewegt sich die attraktive Engländerin Mary Panton mit zurückhaltender Selbstsicherheit. Anlässlich eines Empfangs in "ihrer" Villa macht ihr der wesentlich ältere Sir Edgar, ein alter Freund, überraschend einen Heiratsantrag. Das zukünftige Eheleben würde sie nach Indien führen, wo Sir Edgar als Gouverneur von Bengalen sich niederlassen wird. Mary erbittet ein paar Tage Bedenkzeit, die ihr potentieller Gatte ihr einräumt und sich für einige Tage nach Rom verabschiedet. Vorher gibt er ihr zu ihrem Schutz, die Zeiten sind bekanntlich unsicher, seine Pistole.
Am folgenden Abend wird Mary zu einer Dinnerparty bei der exzentrischen Prinzessin San Ferdinando eingeladen. Dort ist sie Tischdame des weltgewandten Amerikaners Rowley Flint, der sich an ihr interessiert zeigt. Mary läßt ihn aber abblitzen. Ganz im Gegensatz zu einem Exil-Österreicher, der vor den Nazis geflohen ist und nun auch in Italien sich bedroht fühlt. Aus einer Laune heraus lädt Mary Karl in die Villa ein, wo es zu einer stürmischen Liebesnacht kommt.

Womit die Engländerin nicht gerechnet hat, ist, dass der Flüchtling am folgenden Abend erneut auftaucht und ihr seine Liebe gesteht. Als Mary ihn abweist, spitzt sich die Lage schnell dramatisch zu. Karl wird zudringlich, Mary greift nach Sir Edgars Waffe, Karl entwendet sie ihr und...erschießt sich.
Schockiert wird Mary klar, in welch fataler Situation sie sich befindet. Spontan sucht sie Hilfe bei dem Amerikaner. Tatsächlich kommt Flint noch mitten in der Nacht in die Villa. Er ist bereit zu helfen und entwirft ein Szenario, mit dem Mary das Verhängnis abwenden könnte. Zunächst aber muß die Leiche beseitigt werden. Dies gelingt noch eben so, aber danach fangen die Probleme erst richtig an.....

Eigentlich schade, dass der Film so daneben gegangen ist. Vor allem um die vorzügliche Besetzung tut es einem geradezu leid, da es weder Buch noch Regie schaffen, die Charaktere schlüssig und nachvollziehbar zu entwickeln, sodass jedwede psychologische Motivation des Geschehens umgehend versandet. Und immer wenn sich der Film zur großen Politparabel aufschwingt, stürzt er ab in das, was er letztlich ist: ein banales Salonstück.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.