VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Überall, nur nicht hier (1999)


Mütter-und-Töchter-Filme Marke Hollywood sind irgendwie alle gleich: Mami will voll im Leben stehen und sich die Welt zu Füßen legen – und lässt die Tochter dabei glatt im Stich. Na klar: Wer schon den ganzen Tag damit beschäftigt ist, das Leben in vollen Zügen zu genießen, kann schon einmal vergessen, die Stromrechnung fürs schäbige Apartment zu bezahlen. Das arme Töchterchen dagegen ist mental schon beinahe erwachsen und muss die Eskapaden der eindimensionalen Mom erdulden.

Solche Klisches und Stereotypen sind ganz typisch für ein Genre, das sich vor ein paar Jahren stillschweigend dazu verpflichtet hat, in jeden Frauenfilm mit Mutter-Tochter-Thema mindestens eine Karaoke-Nummer einzubauen. „Überall nur nicht hier“ bildet da keine Ausnahme: Bereits in der ersten Szene singt Mutter Adele zu den im Autoradio eingestellten Beach Boys. Dem Kenner wird damit signalisiert: Von nun an geht's bergab.

Natalie Portman ist dann auch der eigentliche Lichtblick dieses konstruierten Films. Die Jungschauspielerin zeigt eindrucksvoll, dass sie nicht nur als steife Star-Wars-Queen, sondern genauso gut in menschlichen und überaus subtilen Rollen große Klasse ist. Susan Sarandon wiederum agiert solide, kann ihre völlig unglaubwürdige Figur damit jedoch nicht retten.

Mona Simpsons umfangreiche Buchvorlage reduziert sich hier auf knapp zwei Stunden Mutter-Tochter-Streit. Sie zoffen und sie zanken sich – und brechen bei jeder sich bietenden Gelegenheit in Tränen aus. Darauf kann man an sich getrost verzichten – überall, nur nicht in Hollywood.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.