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Natacha Régnier, Élodie Bouchez - Liebe das Leben
Natacha Régnier, Élodie Bouchez - Liebe das Leben
© Concorde

Liebe das Leben (1998)

La Vie Rêvée des Anges

Als die junge Lebensbummlerin Isa im nordfranzösischen Lille Station macht, muß das Schicksal seine Hände mit im Spiel haben.User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.8 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 4 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Sie trifft auf die oft schwermütige Aussteigerin Marie und für eine Weile ist beider Freundschaft die pure Schwerelosigkeit. Die Strahlende und die Stille, die Naive und die Pessimistische - gemeinsam lachen sie den Unbillen des Alltags entgegen, richten sich in ihrer geborgten Wohnung ein und ziehen mühelos gestandene Mannsbilder in ihren Bann. Doch jeder Engelstraum kann sich auch als Nachtmär entpuppen. Und wie trostlos wäre der größte Spaß ohne die Kehrseite des Ernstes. Isa übernimmt auf ihre natürliche Art hoffnungsspendende Verantwortung für ein verunglücktes Mädchen. Marie läßt sich fast wider Willen in eine obsessive Beziehung zu dem kühlen Clubbesitzer Chriss fallen. Die Freundschaft, die Liebe, die Zeit in Lille, selbst das tiefste Durchatmen vor oder nach kleinen Krisen - all das muß einmal ein Ende haben, wenn es je wahrhaftig war...

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Filmkritik

"Das geträumte Leben der Engel" titelt sich "Liebe das Leben" in der französischen Originalversion. "Ich wünsch Dir das Leben, das Du Dir träumst!" sagt Isa zu Marie kurz vor dem Abspann. Ein gut gemeinter Wunsch mit bitterem Beigeschmack, in einem Film, der so gar nichts von Lebensträumen erzählt, von einem Traumleben ganz zu schweigen.

Isa hat keinen festen Wohnsitz, freiwillig oder unfreiwillig, das weiß
wahrscheinlich nicht mal sie selbst. Doch als Isa durch einen Gelegenheitsjob Marie kennenlernt, nimmt sie die Gelegenheit gerne wahr, zumindest vorübergehend ein Dach über dem Kopf zu haben. So lernen sich zwei junge Frauen kennen, Mädchen möchte man fast sagen, manchmal elanvoll unbekümmert, oft genug melancholisch, niedergeschlagen, verzweifelt. Eine Frauenfreundschaft entsteht, die dann funktioniert, wenn man sie nicht braucht, in den wirklich hilfesuchenden Momenten jedoch versagt. Daß die Stimmungsschwankungen von Marie und Isa gelegentlich auch irgendwie mit Männern zusammenhängen, ist fast zwangsläufig.

Weitaus weniger zwangsläufig ist, daß sich Erick Zoncas Regiedebüt dennoch jeglicher Beziehungsplattitüden und Oberflächlichkeiten verwehrt. Nichts ist einfach und unkompliziert in "Liebe das Leben", alles ist verzwickter, zwiespältiger als es anfangs scheint. Mit erstaunlicher Präzision, einer genauen Beobachtungsgabe und dem richtigen Gespür für den tagtäglichen Realismus erzählt Zonca seine Geschichte junger Menschen von heute. Mit Gewicht auf dem Schauspiel der außergewöhnlichen Nachwuchsdarstellerinnen Elodie Bouchez und Natacha Regnier verzichtet der Film bewußt auf filmische Sperenzien. Oft genug ist es die bloße Präsenz einer Handkamera, die sich Isa und Marie, ihren Gefühlen und Widersprüchen mit fast beängstigender Dichte nähert.

Damit durchdringt und hinterfragt Zonca ein jugendliches Lebensgefühl, das mehr ist als das so oft bemühte Bild der Generation X.




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Land: Frankreich
Jahr: 1998
Genre: Drama
Länge: 113 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 15.10.1998
Regie: Erick Zonca
Darsteller: Élodie Bouchez, Natacha Régnier, Gregoire Colin
Verleih: Concorde

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