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Kritik: Der Eisbär (1998)


Niemand wird bestreiten, daß Til Schweigers jungenhaft-unschuldiger Charme zum großen Erfolg von Filmen wie "Der bewegte Mann" beigetragen hat. Til Schweiger als Hauptdarsteller, Regisseur und Produzent aber übertrifft das Maß des Erträglichen - zumal "Der Eisbär" nicht nur hemmungslos im Fundus von Tarantino und Schweigers sonstigen Hollywood-Vorbildern räubert, sondern das Ganze dabei auch noch dermaßen verdünnt, verdummt und trivialisiert, daß einem Hören und Sehen vergeht.

Möglicherweise wäre die vom Schauspieler Schweiger verkörperte Figur eines hübsch-dämlichen Auftragskillers akzeptabler geraten, würde nicht gleichzeitig der Regisseur Schweiger dafür sorgen, daß die restlichen Charaktere noch einfältiger gestrickt sind als er selbst. So mutiert "Der Eisbär" zu einem skurrilen Wettbewerb der Blauäugikeit, bei dem die Charaktere immer wieder ihre eigene - und in dieser Dichte keineswegs charmante - Unzulänglichkeit unter Beweis stellen müssen.

"Hier durfte wohl niemand schlauer als Til in Kamera gucken", bemerkte eine Kollegin am Ende der Pressevorstellung - und recht hat sie! Was nicht heißen soll, daß Schweiger den denkenden Teil seines Publikum mit Fleiß schikanieren wollte - doch der Weg zu schlechten Filmen ist, und das zeigt "Der Eisbär" verblüffend deutlich, mit guten Absichten gepflastert.




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