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Kritik: Wenn der Nebel sich lichtet (1998)


Beim Abspann spalten sich die Meinungen: Die einen halten "Limbo", so der Originaltitel des Films, ganz einfach für ein Meisterwerk, die anderen haben sich gelangweilt oder fühlen sich betrogen. Subtile Psychologie spielt hier ganz ohne Zweifel eine große Rolle, denn in "Wenn der Nebel sich lichtet" lässt der 1950 geborene Filmemacher John Sayles ("Passion Fish") die ausgetretenen Pfade des Erzählkinos weit hinter sich: "Limbo" ist ein kontemplativer Film mit ungewissem Ausgang, dessen Handlung nicht nur in unvorhergesehenen Bahnen verläuft, sondern auch in ein für viele Mainstream-Kinogänger untragbares offenes Ende mündet.

Was als Ensemble-Film in einem kleinen Kaff Alaskas seinen Anfang nimmt, gerät zu einem Kammerspiel aus drei Personen, die in der Wildnis um ihr Überleben kämpfen. Das Trio - jeder befindet sich in einer emotionalen Sackgasse - wird angeführt von David Strathairn, der Joe Gastineau spielt, einen von den Schatten der Vergangenheit verfolgten Einzelgänger. Doch dann taucht Donna De Angelo (Mary Elizabeth Mastrantonio) an seiner Seite auf, eine von einer gescheiterten Beziehung zur nächsten taumelnde Sängerin. Kein Wunder also, dass sich Donnas Tochter Noelle (Vanessa Martinez) als gestörter Teenager mit einem Hang zur Selbstverstümmelung entpuppt.

Der Film beginnt als Kleinstadtstudie, erscheint alsbald wie eine zaghafte Romanze, mutiert schließlich zum Krimi und endet als lakonisches Psychodrama in der Einsamkeit des Nirgendwo. So führt uns Sayles - wenn auch auf Umwegen - mitten ins Herz der Dunkelheit.




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