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The Million Dollar Hotel
The Million Dollar Hotel
© Studiocanal

Kritik: The Million Dollar Hotel (1999)


Irgendwann schafft jeder mal den Absprung - auch Tom Tom alias Jeremy Davies, der sich, glückstrahlend und mit sich und seiner Welt im Reinen, vom Dach des abbruchreifen "Million Dollar Hotels" in Los Angeles stürzt: Selbstmord als Akt der Euphorie. Und dann erzählt der Tote uns - "Sunset Boulevard" lässt grüßen - wie es dazu gekommen ist.

Tom Tom berichtet von Mel Gibson, den jedermann und jedefrau als großen Leinwandstar kennt und bewundert, und der hier einen FBI-Agenten ohne Rückgrat mimt, der den angeblichen Mord an einem der Hotelbewohner aufklären soll. Eine schräge Klischeefigur ist dieser Cop, doch das sind letztlich alle Charaktere dieses Films, der sich als Comic-Strip mit Poesie verkauft und ein Ensemble irrer Typen aufeinanderhetzt. "The Million Dollar Hotel" ist eine Menagerie, ein Käfig voller Narren. Und das Panoptikum der Gescheiterten kommt ohne Wärter aus: Welcome to the zoo!

Tom Tom liebt Eloise, gespielt von Ex-Model Milla Jovovich, die nach dem "Jeanne d'Arc"-Debakel ansatzweise zeigen darf, dass sie das Zeug zu einer guten Schauspielerin besitzt. Wim Wenders' neuer Film aber beschränkt sich auf Fragmente, Miniaturen - anstatt eine Geschichte zu erzählen und Figuren aufzubieten, in denen wir uns wiederfinden. Der Mordfall ist nur eine Klammer der Dramaturgie, die das exzellent fotografierte und von einem Könner inszenierte Kunstprodukt mühsam zusammenhält.

20 Millionen Dollar soll das Werk gekostet haben, drei reiche Leute - Wenders, Bono und Nicholas Klein - zeichnen dafür verantwortlich. Sie wollen uns erzählen, dass man als armer Irrer ziemlich glücklich ist. Am allerbesten arm, verrückt und tot.




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