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Boys Don't Cry (1999)

User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5.0 / 5

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Falls City, Nebraska: Hier, in der kleinen Gemeinde, genießt der Newcomer Brandon Teena ein hohes Ansehen: Die Frauen liegen ihm zu Füßen, und fast jeder, der den charismatischen Fremden trifft, ist gleich von seiner unschuldigen Ausstrahlung gefangen. Doch Falls Citys heißeste Adresse und vertrauter Freund trägt ein dunkles Geheimnis in sich: Er ist nicht der, für den man ihn hält.Als Brandon sich wieder zurück in seine Heimatstadt Lincoln begibt, stürzt er in eine Krise, die sein gesamtes Leben beherrscht.
Dieser innere Kampf ist es, der ihn lenkt und nach und nach an den seelischen Abgrund bringt. So führt seine Bekanntschaft mit Lana dann auch zu einem heftigen Streit mit ihrem Freund John, und endet schließlich in einer Tragödie.
Was sich letztlich in einer Rauchwolke auflöst, die aus Sehnsucht, Gewalt und Mord besteht, ist die Geschichte eines jungen Mannes auf der Suche nach Liebe, Selbstbewusstsein und einem Zuhause.

"Boys Don`t Cry" erforscht die Widersprüche zwischen der amerikanischen Jugend und Identität - anhand der wahren Geschichte, dem Leben und Sterben von Brandon Teena.



Filmkritik

Wahre Geschichten haben im Kino Konjunktur: Etwa die Abenteuer eines Alvin Straight, der in "Straight Story" eine lange Reise auf dem Rasenmäher unternimmt, um seinen kranken Bruder in Wisconsin zu besuchen. Oder die Story eines 21 Jahre alten Mädchens namens Teena Brandon, das 1993 in Falls City vergewaltigt und ermordet wurde, weil es sich dort für einen Jungen ausgegeben hatte. Wahre Geschichten? Nur auf den ersten Blick! Kino macht Fakten zur Fiktion, folgt einer Dramaturgie – und transportiert dabei Moralbotschaften.

Dass "Boys Don't Cry" genau den Tatsachen entspricht, darf angesichts diverser Klagen vor Gericht bezweifelt werden, mit denen Studio und Produzenten in den USA zum Filmstart überzogen wurden. Susan Muska und Greta Olafsdottir, deren Dokumentarfilm "The Brendon Teena Story" sich demselben Thema widmet, bezeichneten das fiktionalisierte Werk sogar als unverschämt und unverantwortlich.

Nein, um die letzte Wahrheit geht es nicht bei "Boys Don't Cry", vielmehr um sozialen Protest, um einen Aufschrei gegen die Intoleranz. In David Lynchs "Straight Story" sind die "Midwesterner" hoch respektable Zeitgenossen – in "Boys Don't Cry" dagegen treffen wir den Alptraum aus der Gosse. Das kettenrauchende und meist besoffene Gesocks, das Brandon Teena körperlich und psychisch gnadenlos misshandelt, erzeugt in uns den puren Ekel.

Dabei ist "Boys Don't Cry" ein Werk, das alle Elemente eines guten Films in sich vereint: hervorragende Darsteller, treffsichere Dialoge und eine tadellose Inszenierung ohne die üblichen Klischees und Abziehbilder. Hilary Swank, die unter diesem Film gelitten hat und nach Abschluss der Dreharbeiten Schwierigkeiten hatte, sich wieder im Privatleben zurecht zu finden, ist eine Sensation: Sie geht komplett in ihrer Rolle eines Jungen mit dem Körper eines Mädchens auf.

Schade, dass es dem Streifen dabei nicht gelingt, uns emotional mitzureißen. Anstatt Mitgefühl für das Opfer zu erzeugen, werden wir auf Distanz gehalten. Letztlich ist "Boys Don't Cry", trotz aller guten Absichten, ein ziemlich kalter Film.




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Land: USA
Jahr: 1999
Genre: Drama
Länge: 116 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 03.02.2000
Regie: Kimberly Peirce
Darsteller: Alison Folland, Hilary Swank, Chloë Sevigny
Verleih: 20th Century Fox

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