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Scary Movie
Scary Movie
© Constantin Film © Central Film

Kritik: Scary Movie (2000)


Der Humor einiger Filme, die in der letzten Zeit auf unsere Kinoleinwände kamen, mag mich eher verwundern, als dass ich mich freuen würde. Ob "Big Mamas Haus" oder "Familie Klumps und der verrückte Professor", sie alle ließen mich eher erstaunt im Kinosessel zurück. Ähnlich nun mit "Scary Movie", der mich persönlich gerade drei Mal zum Lachen bewegen konnte.
Da nun Humor etwas ganz Subjektives ist, kann ich eigentlich auch keine wirkliche Empfehlung aussprechen. Wenn ich auch den Film grottenlangweilig fand, wird es mit Sicherheit Menschen geben, die vor Lachen am Boden liegen. In den USA gab es jedenfalls sehr viele davon. Deshalb werde ich es jetzt wohl bei einer Erklärung belassen, warum der Film bei mir eben nicht funktionierte. Eine Art von Story zu erzählen, wäre sinnlos. "Scary Movie" setzt sich aus einer ganzen Menge mehr oder minder gut miteinander verbundenen Parodien ganz unterschiedlicher Film und TV-Ereignisse zusammen. Als Hauptziel und eher zitierte, denn parodierte Story dient "Scream". Hier stellte sich für mich die erste Frage: Wie kann man bitte eine Parodie einer Parodie drehen? "Scream" kann als eine der klügsten Parodien der letzten Jahre gelten, denn Wes Cravens Film nahm sich ein Klischee nach dem Anderen aus den berüchtigten Slasher-Filmen der 80er Jahre, zerlegte es, benutzte es dann aber selbst wieder zum Spannungsaufbau. In vielerlei Hinsicht beschränkt sich nun "Scary Movie" darauf, diese kluge Struktur wegzunehmen und das Ganze einfach nur in einen albernen Kontext zu setzen, was selten wirklich lustig wirkt.
Der Rest der Parodien setzt sich größtenteils aus dem Wiedererkennungswert und albernen Rumchargieren der Darsteller zusammen. Dies ist wiederum problematisch. Zum einen ist ein Zitat noch lange keine Veräppelung, auch wenn die Darsteller die ganze Szene übertreiben. Zum anderen aber sind gerade die besten Parodien - man denke nur an "Die nackte Kanone"- eben immer dadurch so gut gewesen, weil ihre Darsteller so wirkten, als sei alles vollkommen normal, was da auf der Leinwand geschieht. Aber kein Einziger der Wayans-Brüder und auch sonst keiner der Darsteller scheint dies ernsthaft zu versuchen. Sie glucksen schon eine Minute vorher so laut herum, dass jeder im Publikum mitbekommt: Hier geschieht gerade etwas Komisches.
Über die Art des Humors mag man sich streiten. Viele mögen es wirklich komisch finden, wenn jemand mit einem Penis erdolcht wird, oder ein Vater seine eigene Tochter überfährt, weil im gerade die Mutter einen bläst. Ich fand es weder komisch, noch besonders provozierend. Es ist nur öde und kindisch, gerade weil Nichts besonders überraschend käme. Durch die plumpe Regie des ältesten Wayans-Bruder, Keenen Ivory, wird alles so penetrant in den Bildmittelpunkt gepresst, dass man von manchen Gags einfach nur erschlagen wird. Etwas mehr Understatement und der funktionierende Gag-Pegel wäre weitaus höher gewesen.
Einer der großen (wenn auch langsam abgehalfterten) Parodisten, Mel Brooks, hat einmal gesagt, dass nur wahrhaft große Filme parodiert werden könnten. Vielleicht schadet gerade das "Scary Movie", denn neben ein paar gelungenen Filmveräppelungen von "Titanic", "Amistad" und "Die üblichen Verdächtigen" funktionieren die von solch lahmen Teenie-Krücken wie "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" überhaupt nicht. Auch dies mag ein Grund für das Scheitern von "Scary Movie" sein, dessen bester Gag wohl immer noch der Titel ist. Denn genau dieser war der Arbeitstitel von "Scream".





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