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The Skulls - Alle Macht der Welt
The Skulls - Alle Macht der Welt
© Kinowelt

Kritik: The Skulls - Alle Macht der Welt (2000)


Studenten an die Macht: Geht es in US-College-Filmen einmal nicht um pubertären Sex, dann dreht sich alles um das große Geld, um Einfluss, Macht und Dominanz. Elitenbildung heißt das Stichwort, vor dessen Hintergrund Rob Cohen ("Dragonheart") einen absurden Thriller inszenierte, dessen sehr routinierte Machart nicht verbergen kann, dass der dem Film zu Grunde liegende Plot ganz schrecklich unglaubwürdig ist.

Seltsame Rituale, finstere Handlanger, geheime Videobänder und abgedrehte Machtmenschen sind hier anscheinend an der Tagesordnung – und hinter den Kulissen tobt ein politisches Marionettenspiel. Da hat wohl jemand einmal richtig schlecht geträumt – und trotzdem ist John Pogues uninspiriertes Drehbuch weitgehend vorhersehbar.

Der angepeilten jugendlichen Zielgruppe ist das möglicherweise ganz egal, spielt doch Teenie-Star Joshua Jackson aus der Serie "Dawson's Creek" die Hauptrolle.

Rico Pfirstinger


Die Geschichte um einen geheimnisumwitterten Bund an der Universität hätte ein interessantes, spannendes Stück Kino werden können, das nebenbei noch eine wichtige Aussage transportiert. Jegliches Anliegen der Produktion geht aber leider in den Unzulänglichkeiten der Regie, Schauspieler und des Drehbuchs unter. »The Skulls« schafft es mühelos, dass die Frage, inwieweit ein solcher Bund, welcher offensichtlich der heute nicht mehr existierenden »Skulls and Bones« Gemeinschaft an der Yale Universität nachempfunden ist, in der Realität Machtstrukturen aufgebaut hat, völlig unwichtig wird. Wenn man im Film Einblick in die geheimen Räume der »Skulls« bekommt, beschleicht einen das dumpfe Gefühl, gerade Gast einer billigen Kirmes-Achterbahn zu sein. Die gotisch anmutenden Kulissen nehmen mit ihrer Lächerlichkeit dem Plot jede Glaubwürdigkeit. Das alleine wäre ja nicht so schlimm, würde der Film diese Art nicht überall kultivieren. Das Anliegen von einem Geheimbund zu erzählen unterläuft »The Skulls« konsequent, wenn Nutten engagiert werden und die neu Aufgenommenen ein Zeichen auf das Handgelenk gebrannt bekommen, das für Fremde nur notdürftig mit einer Armbanduhr verdeckt wird. Da fragt man sich unwillkürlich, ob die Mitglieder nun niemals mehr ihre Uhr abnehmen dürfen und wie lange das regelmäßige Einladen von Prostituierten geheim bleiben kann.

Wenigstens bleibt der Film konsequent bei seiner schwachen Linie, so dass man, das Niveau einmal erkannt, nicht mehr enttäuscht wird. Joshua Jackson liefert eine bemerkenswert eindimensionale Leistung ab, der sich seine Mitstreiter mangels eigener Inspiration einfach angeschlossen haben. Passend dazu inszeniert Rob Cohen alle Szenen ohne jegliche Spannung, was sicher auch dadurch begünstigt wird, dass wir Zuschauer sehr schnell das Interesse an den flachen Figuren verlieren.

»The Skulls« tut alles, um sein Thema zu verschenken. Dies gelingt ihm dafür auf unerreicht meisterliche Art und Weise, so dass letztlich eine bitterböse Komödie wider Willen entstanden ist.





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