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Poster - Taxi Taxi
Poster - Taxi Taxi
© Tobis Film

Kritik: Taxi Taxi (2000)


Der flotte Taxifahrer Daniel aus Marseille ist zurück, mit noch mehr Action als im ersten Teil, dafür aber auch mit noch weniger Story. Um diese dennoch ganz kurz wiederzugeben sei hier einfach mal das Presseheft zitiert: "Ehe sich Daniel und Emilien versehen, stecken sie mittendrin in einem wilden Abenteuer, in dem die schöne Petra zusammen mit dem japanischen Minister entführt wird, halsbrecherische Verfolgungsjagden den letzten Nerv kosten, und das sie schließlich vom Mittelmeer nach Paris führt". Zur Erläuterung möchte ich nur noch kurz anmerken, dass Emilien Polizist und Freund von Daniel ist. Petra, gespielt vom Model Emma Sjöberg, ist Emiliens Kollegin und die Entführer sind japanische Ninjas.

Genauso wie sich der Inhalt in diesem kurzen Zitat liest, kommt auch der Film daher. Die Story ist lediglich Staffage, was hier zählt ist reine Action in Form von wilden Autoverfolgungsjagden, wobei uns Daniel mal wieder beweisen kann, dass er sowieso jede Strecke schneller und spektakulärer fährt als irgendein anderer Mensch auf diesem Planeten. Was bei einem solchen Film dann noch übrig bleibt, ist der reine Augenrausch, zumindest, wenn man sich darauf einlässt, außer dummen Sprüchen und Rasanz nichts geboten zu bekommen. Oder um es einmal anders zu formulieren: Gegen "Taxi Taxi" ist jedes neu erscheinende Lustige Taschenbuch eine Bibel für Nobelpreisanwärter. Die Tatsache, dass diesmal die Bösen japanische Ninjas sind, hat für den Freund fernöstlicher Kampftechniken den Vorteil, dass auch ein bisschen Martial Arts zu sehen ist.

Alles in allem ist es schon faszinierend, dass "Taxi Taxi" in Frankreich bis dato bereits über 10 Millionen Zuschauer ins Kino gelockt hat. Ob sich ein solcher Erfolg hier wiederholen kann, bleibt abzuwarten, da auch der erste Teil trotz großen Erfolgs in Frankreich bei uns floppte. Wer aber Interesse an Kulturphänomenen hat, der sollte sich den Film auf keinen Fall entgehen lassen. Denn so etwas gibt es in Europa derzeit nur in Frankreich.

Stefan Dabrock

Gute drei Jahre ist es her, da beschenkte uns Frankreich mit einer wirklich netten Actionkomödie, die den Zusatz Action auch wirklich verdient hatte. "Taxi" stürmte aber nur in seinem Herkunftsland wirklich die Charts. Kaum in Deutschland beachtet, schaffte es die sympathische Komödie aber, alleine im Heimspiel schon zum Hit zu werden. Da erstaunt es kaum, dass ein zweiter Teil erscheint, der hier in Deutschland einen etwas ablenkenden Titel bekam, da das Original wohl sowieso kaum jemand kennt. Schade, denn gerade die Kenner des ersten Teils werden hier mit ein paar wunderbaren Gags beachtet und können erst wirklich bestaunen, wie gut doch eine Fortsetzung sein kann.

Der rasende Taxifahrer Daniel ist kein Deut erwachsen geworden. Noch immer bringt er die Polizei mit seinem aufgebohrten Peugeot zur sprichwörtlichen Raserei. Diese können nämlich mit dessen 300 km/h nicht ganz mithalten, als der herzensgute Gesetzesübertreter mit einer schwangeren Frau auf dem Rücksitz Richtung Krankenhaus fliegt. Was schon schwerer wiegt, ist die wutschnaubende Freundin, die zuhause mit ihren Eltern sitzt, um den von allen männlichen Zeitgenossen so gefürchteten Vorstellungsabend zu zelebrieren. Immerhin ist sie recht nervös, denn ihr Vater ist ein hochdekorierter General, der sich im Algerienkrieg seine Sporen verdiente. Daniel dagegen hat eine deutliche Abneigung gegen alle Autoritäten.

Zu einem solchen ruhigen Abend soll es aber nicht kommen. Viel zu früh wird der General wieder abberufen, um den japanischen Premierminister am Flughafen zu empfangen, und nur durch Daniel ist es ihm möglich, auch pünktlich am Flughafen zu erscheinen, wo der fernöstliche Politiker ein neues Sicherheits-System testen soll. Dies besteht - oh Wunder - aus einem Auto, welches auch noch Daniel nach Irrwegen vorstellen soll. Dass der Minister in Kürze entführt werden und spätestens dann Polizist und Freund Emilien wieder das Buddy-Team aus Teil 1 vervollständigen wird, versteht sich von selbst.

"Taxi Taxi" ist einer dieser Filme, dem kein Gag zu albern ist und der kein Klischee scheut, dies aber so geschickt und mit solcher Inbrunst zelebriert, dass er im Endeffekt alles zu einem Pluspunkt werden lässt. Das Drehbuch von Luc Besson dürfte sich kaum ins Deutsche rüber retten lassen, aber auch das Drumherum, die Kamera, die Action und die Musik lassen eine wunderbar gelöste Stimmung aufkommen, die nicht von ungefähr an "Blues Brothers" erinnert. Denn wie dieser Klassiker der 70er Jahre fasziniert "Taxi Taxi" dadurch, dass er eigentlich gar nicht lustig sein dürfte. Das so oft gepriesene Gag-Timing sitzt bei dem Film immer eine Spur daneben, was aber einen ungeheuren Reiz ausmacht. Leider kostete dies etwas zu viel Kraft bei der Action. Hier geht es nicht ganz so rasant zu, wie im Original.

Regisseur Gerard Krwczyk spielte beim ersten "Taxi" noch zwei Wochen lang den verlängerten Arm für den im Krankenhaus liegenden Gerard Pires. Jetzt durfte er ganz alleine das Heft in die Hand nehmen. Dennoch merkt man dem Film die Handschrift eines Luc Besson zu genüge an. Dies liegt aber eher an dem Drehbuch, welches der Produzent beisteuerte. Als Team scheinen die Beiden gut zu funktionieren. Einen dritten Teil dürfte es nach dem (verdienten) Riesenerfolg in Frankreich auch noch geben. Und dann kennen wir Deutsche die Figuren vielleicht endlich. Denn nach dem eher verhalten gestarteten Einser, möchte Verleih Tobis dieses Mal wirklich in die Offensive gehen. Ich kann nur empfehlen, diesen Film zu sehen und zu vergessen, was uns selbst alte Meister wie John Woo dieses Jahr mit "MI2" angetan haben. Weniger, wie im Falle von "Taxi Taxi", ist eben doch manchmal viel mehr. Mehr Spaß nämlich.




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