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Kritik: Sexy Beast (2000)


Mit dem Levi's-Spot "Bewegungsfreiheit" hat sich Videoclipregisseur Jonathan Glazer eine Visitenkarte geschaffen, die noch immer durch die Werbepausen huscht. Um so erstaunlicher, dass sein Spielfilmdebüt kein enervierendes Technik-Gewinsel mit eingebautem Schnitt-Hickhack ist, sondern ein stilistisch angenehm zurückhaltender Gangsterfilm, der dem Genre seine verlorene Bedrohlichkeit wiederschenkt.

Erinnert der bizarre Auftakt noch an die überdrehten Krimigrotesken seines Landsmanns Guy Ritchie ("Snatch"), etabliert Glazer ein minimalistisches, leicht surreales, aber dennoch sehr präsentes Universum, in dem die ausgeprägt gezeichneten Charaktere eindeutig im Zentrum stehen.

Die betont simple Handlung wird mit Liebe zur eindringlichen Situation veredelt und durch geschickte Auslassungen interessant gestaltet. Dennoch ordnet Glazer sein Können ganz dem Inhalt unter. Gerade der große Freiraum für die Darsteller lässt "Sexy Beast" erst außergewöhnlich werden.

Deren Dialoge, Mimik und Gestik sind von schneidender Präzision und sorgen für eine unterschwellige Ungemütlichkeit, die sich einem Spannungsbogen gleich stetig steigert. Doch die richtig große Show liefert Ben Kingsley ab, der die wohl gefährlichste Figur seiner Karriere spielt und für die Darstellung eines Psychopathen nicht nur eine Nominierung, sondern auch den "Oscar" verdient hätte. Unvorstellbar, dass der gleiche Mensch einmal "Gandhi" gespielt haben soll...





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