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Kritik: The Kid - Image ist alles (2000)


Das Kind im Manne von Bruce Willis hat unter anderem zum gespenstischsten Film des letzten Jahres geführt, "The Sixth Sense". Zwar stahl Haley Joel Osment dem Hollywood-Star fast die Schau, doch die Chemie war perfekt. Dass die gleiche Konstellation in einer Familienkomödie erneut funktioniert, liegt wieder einmal an der ansehnlichen Leistung des titelgebenden Kindes. Die turbulenten Differenzen zwischen Wills hartherzigem Sarkasmus und Spencer Breslins molliger Menschlichkeit sorgen für ausreichend Charme, um die konservative Botschaft erträglich zu gestalten. Diese lautet, dass erst eine Familie (nur komplett mit Hund!) aus einem Mann ein vollwertiges Wesen macht. Solche fixen Ideen verfolgt die Firma Disney schon seit den ersten Filmen. Ihre langjährige Erfahrung in korrekter Kinderunterhaltung hat sie gelehrt, wie diese Pakete zu schnüren sind: mit Kurzweil, Zuckerguss und Fantasie - alles in der richtigen Dosis, ausgeführt von Jon Turteltaub ("Während du schliefst"). So funktioniert die Hymne an die traditionellen Werte und den besseren Menschen als perfekte, herzerwärmende Moralkomödie, deren sentimentale und ernste Zwischentöne nie kitschig oder pathetisch wirken. Sie sind immer so reibungslos und manipulativ, dass das Wechselbad der Gefühle stets unterhaltsam und lehrreich ist. Solange Disney Drehbücher wie dieses verwendet, funktioniert das Konzept vermutlich ewig. Robert Knapp Um es mal vorweg zu sagen: Spencer Breslin als der junge Rusty Duritz ist ein echter Glücksgriff. Abseits von den üblichen Hollywood Showbiz-Kindern, die glattgespült, ewiggleich süß und wundervoll sind, ist Breslin eine echte Wucht. Seine Figur ist dicklich, ungeschickt und selbstvergessen chaotisch. Man darf nur hoffen, dass das Lispeln aus der Originalversion auch so ins Deutsche übersetzt wurde. Aus all diesen Eigenschaften formt Breslin einen wunderbaren Gegenpart zu Bruce Willis, der sich zwar auch Mühe gibt, aber bisweilen an die Wand gespielt wird.
Auch toll ist Emily Mortimer, die sowohl den jungen, als auch schließlich den alten Rusty zu bezaubern weiß. Wenn man "Frühstück bei Tiffany" neu besetzen wollte, bitte sehr: Mit Mortimer liegt man 100% richtig. Bis in die kleinsten Rollen ist "The Kid" gut besetzt, von Lily Tomlin als Assistentin bis hin zu Dana Ivey als Psychotherapeutin von Willis, der man ruhig noch ein paar Szenen hätte gönnen können.
Jon Turteltaub, der schon Hits wie "Während du schliefst" realisiert hat, weicht auch hier keinen Deut vom erfolgsversprechenden Hollywood-Rezept ab. Allerdings ist "The Kid" weitaus sympathischer geraten, was sicherlich an dem Thema liegt. Die Diskrepanz zwischen den Illusionen der Kindheit und der Realität des Erwachsenseins wird hier an einem Selbstfindungsprozess illustriert, bei dem die jüngere Variante immer die Nase vorn hat.
Bruce Willis in einer sentimentalen Disney-Komödie zwischen "Big" und "Zurück in die Zukunft" - unbedingt zu Weihnachten ansehen!




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