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Der Zauber von Malèna (2000)

Malèna

User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.4 / 5

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Im sizilianischen Dorf Castelcutò ist der 13jährige Renato damit beschäftigt, erwachsen zu werden- während um ihn herum der 2. Weltkrieg stattfindet (was ihn nur wenig kümmert). Er ist noch zu klein für lange Hosen und für´s Rasieren beim Dorf-Barbier, aber nicht um sich zu verlieben: in die stille und stolze Malèna, deren Mann an der Front kämpft. Die Männer im Dorf hecheln ihr hinterher, die Frauen zerreißen sich die Mäuler über sie. Nur Renato hält zu Malèna- aus der Distanz, denn er wagt es nicht, sie anzusprechen. Bis er eines Tages zu ihrem Retter wird...

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Filmkritik

Seit "Cinema Paradiso", seiner Oscar-gekrönten Ballade an das Kino vergangener Tage, weicht Giuseppe Tornatore nicht mehr von verklärter Nostalgie und wehmütigen Kindheitserinnerungen ab. Mit großer Geste illustriert der italienische Regiemeister in seinem neuen Epos eine bittersüße, heile Welt, die unerwartet drastisch Risse bekommt. Jede Einstellung ist ein Genuss, schmeichelt den Sinnen. Kochte Tornatore noch in seinem letzten Werk, "Die Legende vom Ozeanpianisten", die Emotionen gar, erscheint sein Blick auf die (eigenen) Kindheitsträume nun abgeklärter, weniger verspielt. Bösartigen Unkenrufen während des Berlinale-Wettbewerbs zum Trotz, Tornatore wäre seinen Altmännerphantasien erlegen, stellt sich der Film in Wirklichkeit als politische Allegorie mit einfachem Zugang, aber komplexer Lesarten heraus. Er schildert das sexuelle Erwachen in komischen Zwischentönen, entlarvt die porentiefe katholische Doppelmoral auf liebevoll-satirische Weise und stellt die Titelheldin als Sinnbild des sich prostituierenden Italiens dar – ungewohnt tragisch und mit schmerzhaften Folgen. Das erklärt auch, wieso Lajos Koltais Kamera Monica Bellucci unermüdlich umschmeichelt, ihre Figur aber nie über den eindimensionalen Status eines Symbols hinauswächst: Malèna fungiert nicht als Individuum, sondern als Volksteil, das sich nach bestem Wissen und Gewissen für die falsche Seite entschieden hat und dafür am Ende aus der Stadt geprügelt wird. Erinnerungen können manchmal schmerzhaft sein.




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Land: USA, Italien
Jahr: 2000
Genre: Drama
Länge: 92 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 08.03.2001
Regie: Giuseppe Tornatore
Darsteller: Monica Bellucci als Malèna Scordia, Giuseppe Sulfaro als Renato Amoroso, Luciano Federico
Verleih: Concorde

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