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Kritik: Billy Elliot (2000)


längst sind die englischen Filme mehr als nur ein Reflex auf die langfristigen Auswirkungen des rigorosen Wirtschaftsliberalismus der Thatcher-Ära. Geblieben ist freilich die Verwurzelung der Geschichten in einem authentischen Milieu. Und das dient nicht nur als pittoreske Staffage. Vielmehr wird es als erzählerischer Motor ernst genommen. Im Fall der außergewöhnlichen Aufsteigergeschichte "Billy Elliot" bildet ein Bergarbeiterstreik in den 80er Jahren den historischen Hintergrund.
"Billy Elliot" ist so etwas wie eine ernste oder besser ernsthafte Komödie. Vordergründige laute Lacher provoziert der Film kaum, um so häufiger dafür anrührendes Schmunzeln. Und dies ergibt sich aus den vielfältigen pubertären Nöten, mit denen sich die titelgebende Hauptfigur abzuplagen hat. Überhaupt lebt der Film zum großen Teil von seinen zahlreiche Subtexten (Verlust eines Elternteils, Homosexualität, Armut, Streikbruch etc.), die allesamt kunstvoll in die eigentliche Geschichte eingewoben sind und sie sozusagen veredeln.
Traumwandlerisch bei alledem ist die Sicherheit mit der "Billy Elliot" die Balance zwischen Drama und Komödie hält. Den letzten Schliff an Glaubwürdigkeit erhält der Film dann durch seinen wunderbaren Hauptdarsteller Jamie Bell. Dass "Billy Elliot" dennoch kein ungetrübtes Meisterwerk à la "Brassed Off" geworden ist, das verhindern einige Ausrutscher ins Sentimentale, die im Ganzen aber nur unwesentlich stören.





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