VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Rufmord - Jenseits der Moral (2000)


Obwohl in umgekehrter Reihenfolge entstanden, hat es Rod Luries Politdrama erst Monate nach seinem theatralischen Opfergang "Die letzte Festung" in die Kinos geschafft. Die bis in kleinste Nebenrollen prominent besetzte und bisweilen manisch gespielte Schlammschlacht bemüht sich als unbarmherzig realistische, liberale Kritik an den Verfechtern konservativer politischer Korrektheit. Vordergründig gibt sich Luries viel zu verworrenes Intrigenspiel feministisch und scheut sich nicht, meterdick aufzutragen, während es gegen die verhärtete, "falsche" Moral wettert, nur um kurz darauf selbst eine säuerlich schmeckende Morallehre zu unterbreiten. Das ausgesprochen spannungslos und dramaturgisch fade Konzept postuliert mit seinem trockenen Doku-Stil Authentizität, obwohl sein Ansatz eher von der Unterhaltungseite auf sein Sujet linst. Damit ist es weder unterhaltsam, noch informativ. "Rufmord - Jenseits der Moral", im Original lediglich mit "The Contender" betitelt, bleibt opak in seinen Hintergründen, den verwinkelten Schachzügen, aber ostentativ in seiner Wertung - zwei Eigenschaften, die den "objektiven" Ton Lügen strafen. Das strenge Politdrama, dessen einfallslose Rollenvergaben abermals keine Differenzierung zwischen Gut und Böse zulassen, vermag bestenfalls mit einem beschönigten Präsidenten spröde Kurzweil zu erzeugen. Mit Leichtigkeit lassen sich die Parallelen zur Kampagne gegen Bill Clinton identifizieren, die in einem Film, der alles andere als überspitzte Satire sein will, eindeutig zu plakativ aufgesetzt wurden.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.