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Kritik: Schlimmer geht's immer (2001)


Martin Lawrence geht es gut. In den USA laufen seine Filme (Beispiel: "Big Mamas Haus") ziemlich gut, der quasselnde Spaßmacher ist ein vielgefragter Typ. Dass seine Filme dennoch keine wirklichen Meisterwerke sind, mag vor allem sein neuester Streich verdeutlichen: "Schlimmer geht´s immer" ist ein wahres Feuerwerk an Gags, die aber nur selten zünden. Da dazu sogar Danny DeVito nicht viel bringt, versackt das Ganze recht schnell in Langeweile. Gut gemachte Geschichten, und vor allem gut gemachte Komödien, fallen meist durch ihre Hauptfiguren auf, denen man gerne folgt, mit denen man leidet, mit denen man aber auch lacht. Nur selten funktionieren Filme, in denen man über die einzige Identifikationsfigur lachen soll. Selbst gute Satiren haben es nicht nötig, selbstgerecht über den Figuren zu stehen. Betrachte ich mir hier aber "Schlimmer geht´s immer", dann fällt mir auf, dass die Hauptfigur Kevin (Lawrence) so überdreht dargestellt wird, dass er nie und nimmer sympathisch wirkt. Wie soll man sich denn mit jemanden identifizieren, der die ganze Zeit über partout nicht einsehen kann, dass er eben einen einfachen Ring an den Milliardär Max Fairbanks (DeVito) verloren hat, dem er wiederum Wertgegenstände im Werte von abertausenden von Dollars abgeluchst hat? Wer würde sich nicht mit dem gelungenen Coup begnügen? Andersherum wird der klare Antagonist und fiese Medienmogul Max noch lange nicht zum freundlichen Menschen, nur weil er sich mit Kevin wieder versöhnt. Immerhin besticht der Mann den halben Senat der USA! Genau diese Prämissen soll man als Zuschauer bei "Schlimmer geht´s immer" schlucken. Das Klischee des "Kindes im Manne" täuscht dabei aber nur selten über die Tatsache hinweg, dass beide Hauptcharakter im Grunde unsympathische Kerle sind. Dies alles wäre ja zu verschmerzen, wenn Regisseur Sam Weisman ("George, der aus dem Dschungel kam") ein größeres Gefühl für Timing und Gags hätte. Aber auch hier ist die Komödie meist extrem vorhersehbar und mit teilweise unterirdischen Klamotten belastet (wäre der schwule Detective nicht so wunderbar übertrieben gespielt, er wäre ein weiteres Ärgernis...). Dabei ist es gerade Vorhersehbarkeit, die bei auf Slapstick basierenden Filmen reichlich zerstörend wirkt. Wer aber sowieso selten was zu lachen hat, der kann sich "Schlimmer geht´s immer" gut und gerne anschauen. Man muss sich nur auf die magische Grenze von allenfallsfünf bis sechs Gags einstellen, die im Endeffekt ein Schmunzeln oder sogar ein Lachen produzieren können. Da dies doch recht spärlich ist, sollte man vielleicht doch nach anderem Kinostoff schauen. Da sind ja sogar manche Dramen lustiger.





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