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Kritik: Kiss of the Dragon (2001)


Nach "Romeo Must Die" forderten Jet-Li-Fans die Rückkehr ihres Meisters auf den Boden. Ein nach "Tiger & Dragon"-Manier fliegender Akrobat war ihnen zuwider. Gefordert, getan, Jet Li gibt in diesem streng nach Genre-Konventionen ablaufenden französischen Actioner einen Streetfighter, wie man ihn selbst zu Hongkong-Zeiten kaum gesehen hat. Wieder ein Grund mehr, Steven Seagal in Rente zu schicken.

Produzent Luc Besson sorgte für einen Noir-Look wie aus "Nikita" und stellte ein erfahrenes Team auf die Reihe, so dass in technischer Hinsicht nichts auszusetzen ist. Dass es aber gerade beim Actionfilm auch auf Handlung und Fingerspitzengefühl ankommt, wird schnell sichtbar. Zumal es einige lange Passagen davon gibt.

Jet Li, der die Idee zum Film hatte, hüpft in ein Action-Fettnäpfchen nach dem anderen - aber wenigsten mit seiner unnachahmlichen Eleganz: Ohne nennenswerte Selbstironie üben sich Tcheky Karyo & Co. im Overacting, ihre Figuren sind hemmungslos überzeichnete Karikaturen von Bösewichten. Die Buddy-Witze, für die Bridget Fonda herhalten muss, haben nahezu das Nerv-Niveau von Chris Tucker in "Das fünfte Element".

Dazu addiert sich ein schlampiges Verschwörungsszenario und deplatzierte Melodramatik - nur gut, dass bei den Zweikämpfen nicht an Kreativität gespart wurde: deren Schnelligkeit, Einfallsreichtum und Dynamik stellt einige Vergleichsware in den Schatten, aber ebenso die drastische Brutalität. Selbst Seagal ging in seinen frühen Rächerthrillern nicht bestialischer zu Werke.

Ergebnis: die Kinofassung wird (vermutlich) stark gekürzt, weil der Film ab 16 freigegeben werden soll.





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