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Was nicht passt, wird passend gemacht
Was nicht passt, wird passend gemacht
© Universum Film

Kritik: Was nicht passt, wird passend gemacht (2000)


"Was nicht passt..." basiert auf Peter Thorwarths ("Bang Boom Bang") wunderbarem, gleichnamigem Kurzfilm aus dem Jahre 1996, der für den Studenten-Oscar nominiert wurde. Einen Kurzfilm zu einem Langfilm "aufzublasen" ist äußerst schwierig, doch vor allem Dank seiner tollen Figuren hatte der Kurzfilm das Potenzial dafür. Hinzu kam nun die Liebesgeschichte zwischen dem neureichen Studenten Philipp (gespielt von Thorwarth selbst) und der Bauarbeitertochter Astrid (Alexandra Maria Lara), ebenso der Zwist zwischen den beiden Bauunternehmern Werner und Ernst Wiesenkamp. Dass sie Brüder sind, hindert sie nicht daran, sich die Frau auszuspannen oder den Neubau zu ruinieren. Die Liste der Schauspieler ist beeindruckend, doch im Gegensatz zu anderen aktuellen deutschen Filmen ist sie nicht vorrangig darauf aus, durch die bekannten Namen einen Werbeeffekt zu erreichen. Die Rollen sind brillant besetzt, mit Schauspielern wie Ralf Richter oder Willi Thomczyk, denen man den Spaß an der Geschichte ansieht. Die Rolle des Bauunternehmers, die im Kurzfilm noch von Diether Krebs verkörpert wurde, hat Dietmar Bär übernommen. "Was nicht passt..." ist anfangs stilsichere Kritik des Spießertums und verspricht, einen tiefen Einblick in die deutsche Seele zu werfen. Die Kleinbürgerlichkeit wird auf der Gartenparty treffend inszeniert und in zwei, drei Zügen das ganze spießige Universum samt Kleinstadtpolitik und Familienidylle karikiert. Leider entgleitet Thorwarth die trockene Komik im weiteren Verlauf, und der Film rutscht teilweise in platte Nichtigkeiten und Klamauk ab. Das ist schade, denn der Streifen wie auch seine Grundidee sind sympathisch und verdienen eigentlich ein größeres Publikum. Das wird ihm wohl nicht beschieden sein, doch jetzt ist schon klar: "Was nicht passt..." wird auf der nächsten Berlinale laufen - als einer der wichtigeren deutschen Filme des letzten Jahres. Eine ungewöhnliche Art, den brillanten Kurzfilm jetzt einem größeren Publikum zu präsentieren...





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