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Das Haus am Meer - Poster
Das Haus am Meer - Poster
© Warner Bros.

Kritik: Das Haus am Meer (2001)


Hollywoods Metaphern sind oft etwas plump, und diese Regel gilt auch für "Das Haus am Meer". Das Strandhaus, das in Irwin Winklers Film in mühevoller Heimwerkerarbeit entsteht, ist Sinnbild für ein gnadenlos verkorkstes Leben, das in letzter Minute noch herumgerissen wird: Der Immobilienmodellbauer George Monroe (Kevin Kline auf den Spuren von Tam Hanks, allerdings ohne dessen Manieriertheit) hat Krebs und nur noch ein paar Monate zu leben. Das schreit nach einer letzten guten Tat: Gemeinsam mit seinem zum Gothic-Punk verkommenen Problemsohn Sam reißt George seine an einer malerischen Klippe liegende Bruchbude ab, um sie - do it yourself - durch das ersehnte Traumhaus zu ersetzen. Das Ganze geht, na klar, nicht ohne Tränen, Krisen und Probleme ab. Kevin Kline und Hayden Christensen, das ist die gute Nachricht, sind in diesem rührseligem Sterbe- und Familiendrama ein recht sehenswertes Vater-Sohn-Gespann. "Oscar"-Preisträger Kline vermeidet übertriebenes Pathos, und der inzwischen 21 Jahre alte Christensen mutiert so überzeugend vom missratenen Ekel in einen zuvorkommenden Vorstadtjungen, dass er dafür beinahe einen Golden Globe bekommen hätte. Winklers Manipulationstalent ist indes grenzenlos und sorgt dafür, dass auf und vor der Leinwand garantiert kein Auge trocken bleibt. Der Kitschfaktor hält sich jedoch gottlob in Grenzen, Mark Andrus´ Drehbuch ist solide und die Darsteller (inklusive Kristin Scott Thomas als von George geschiedene Mutter) in Hochform. Ob man "Das Haus am Meer" als Kinogänger gern bewohnt, hängt folglich davon ab, ob man sich dieser hemmungslosen Herzschmerz-Story willenlos ergeben will und kann. Immerhin: Vilmos Zsigmonds wunderschöne Bildgestaltung ist für sich betrachtet schon das Geld für eine Kinokarte wert, und wer nach "Episode II" zur Abwechslung mal Lust auf echte Schauspieler verspürt, ist in "Das Haus am Meer" gut aufgehoben.




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