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Showtime (2002)

Robert De Niro will seine Komödienerfolge mit diesem US-Film fortsetzen, doch Handlung, Witze und Action sind alle derart Schema X, dass sich die Erheiterung trotz Verstärkung durch Eddie Murphy arg in Grenzen hält...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5.0 / 5

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Der humorlose Detective Mitch Preston vom Los Angeles Police Department ist ein ungeduldiger Mann, der nie viele Worte macht. Patrol Officer Trey Sellars ist nur Polizist geworden, weil er als Schauspieler keinen Erfolg hat - viel lieber würde er einen Cop auf dem Bildschirm spielen. Eines Nachts stolpert Trey ahnungslos in eine Undercover-Aktion, mit der Mitch nach Monaten der Vorbereitung einen Drogendealerring sprengen will. Die Verdächtigen fliehen, und als Sekunden später auch noch ein TV-News-Team am Tatort erscheint, ist Mitch derart frustiert, dass er einen Schuss auf die Kamera abgibt. Am nächsten Tag erscheint Mitchs Bild in allen Tageszeitungen, und das unverhoffte Medienecho trägt ihm die saftige Rüge seines Vorgesetzten ein. Auch die versierte Fernsehproduzentin Chase Renzi wird auf ihn aufmerksam: Sie wittert einen Quotenknüller und überredet Mitchs und Treys Vorgesetzte, mit einer Live-Reality-Show das Bild der Polizei zu verbessern - ein Fernsehteam soll den beiden auf Schritt und Tritt folgen. Mitch hasst Reporter. Noch mehr hasst er Witzfiguren wie Trey, die die Polizeiarbeit eher behindern. Doch er wird nicht gefragt - er muss kuschen, um seine eigene Scharte auszuwetzen. Für Mitch ist es ein Höllentrip. Für Trey geht ein Traum in Erfüllung. It´s Showtime!

Filmkritik

Tom Dey's Regiearbeit nach dem erfolgreichen "Shanghai Noon" erweist sich als gelungener, als das Sujet auf den ersten Blick verspricht: ein actiongespicktes Buddy-Movie, dass auf "Lethal Weapon"-Pfaden wandelt und im Revier der Mediensatiren räubert. Doch beides schneidig und derart pointiert, dass es eine mehr als nur unterhaltsame Art hat. Mit Robert de Niro als charakterstarker Profialleingänger, der unfreiwillig unter dem einfältigen Möchtegernstar Eddie Murphy leidet, der seine Unfähigkeit hinter fotogener Selbstinzenierungswut versteckt, hat Dey ein triumphales Traum-Duo für die Leinwand entdeckt, das Chan-Wilson locker schlägt und fast an Gibson-Glover heranreicht. Statt sich auf Starpower zu verlassen, brennt Dey ein Feuerwerk an Undercover-Humor und genüsslich ätzender Satire gegen das Fernsehen als Verdummungsindustrie ab. Akribisch laboriert Dey am Unterschied zwischen Copshows und dem unspektakulären Beruf respektive Privatleben eines Polizisten und zieht mit William Shatners Cameo als TJ Hooker ein weiteres As aus dem Ärmel. Damit pocht er augenzwinkernd auf einen Realismus, den die fulminanten Actionszenen, die jedem Actionfilm der A-Klasse gerecht werden, natürlich wieder Lügen strafen. So sind es auch die Gegensätze zwischen dem Schein der Show und der Wirklichkeit des Lebens - einmal anhand Murphy und de Niro, zum anderen anhand TV und Realität - die das Unterhaltungsfundament zementieren. Die Jagd nach den Verbrechern, die mit einer "Eraser"-tauglichen Waffenentwicklung die Stadt unsicher machen, gerät beinahe zur Nebensache. (A Propos Arnie: der Showdown findet in dem Gebäude statt, durch dass er in "True Lies" geritten ist.) Gerade im letzten Drittel verdeutlicht sich, dass "Showtime" mehr als spielerische Reflektion, denn als geradliniger Actionkrimi funktioniert.




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Land: USA
Jahr: 2002
Genre: Komödie
Länge: 95 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 11.04.2002
Regie: Tom Dey
Darsteller: Robert De Niro, Rachael Harris, Eddie Murphy
Verleih: Warner Bros.

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