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Kritik: Requiem for a Dream (2000)


Rigoroser, brutaler und kompromissloser kann ein Anti-Drogen-Film wohl nicht sein. Darren Aronofsky, dem man nach seinem ästhetischen Amoklauf im experimentellen Debüt "Pi" mehr als nur Talent bescheinigen kann, macht die Sucht in allen Facetten körperlich erfahrbar. Der halluzinogene Alptraum ist wie das Gegenstück zu der nüchternen Strukturanalyse "Traffic", mit dem er in den USA fast zeitgleich startete, aber bei den "Oscars" übergangen und in Deutschland mehr als ein Jahr auf Eis gelegt wurde.

In der Wahl seiner Mittel setzt Aronofsky nicht auf das Originellste, sondern auf das Drastischte. Dem verdankt der deprimierende, gleichzeitig faszinierende Film seine sogartige Wirkung, deren schwindelerregender Klimax man sich kaum entziehen mag - selbst wenn einen Stil und Thema abstößt. Damit aber beweist Aronofsky seine Meisterschaft im Filmemachen: Einen kontroversen Inhalt so anzupacken, dass er unweigerlich unter die Haut geht.

Viele Tricks aus "Pi" kommen wirkungsvoll zum Einsatz und verwandeln die bittere Tragödie in einen expliziten Bewusstseinsrauch, der keinen Abgrund scheut. Dem Monster Drogen begegnet Aronofsky mit monströser Inszenierung. Er bekämpft Feuer mit Feuer. Allein das hat in Übersee zu zahlreichen Missverständnissen geführt. Dem Film wurde - völlig zu Unrecht - unterstellt, seinem Topos unkritisch zu begegnen. Dabei kann man Sucht nicht eindeutiger und eindringlicher verdammen, als es dieses erstklassige Requiem vermag.






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