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Mord nach Plan (2002)

Murder By Numbers

Sandra Bullock ermittelt in einem Mordfall. Eine Frau wurde scheinbar grundlos ermordet. Der Verdacht richtet sich gegen zwei High School-Schüler, doch die haben scheinbar ein Alibi. Ein gut gespielter, aber nur mäßig spannender US-Krimi...User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5.0 / 5

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Als im Wald beim kalifornischen Küstenstädtchen San Benito die Leiche einer jungen Frau gefunden wird, übernimmt die erfahrene Indizienexpertin Detective Cassie Mayweather den Fall. Unterstützt wird sie von ihrem neuen Kollegen Sam Kennedy, der begeistert von ihr lernt. Zunächst sieht es so aus, als ob die Frau das Opfer einer sinnlosen Gewalttat wurde. Doch Cassie spürt intuitiv, dass mehr hinter dem Fall steckt, weil sie sich an ihre eigene, lange verdrängte Vergangenheit erinnert fühlt. Obwohl sie keine Beweise hat und kaum Indizien findet, entwickelt sie eine bizarre Theorie: Die junge Frau musste nur deswegen sterben, weil der Mörder es darauf angelegt hat, den perfekten Mord zu begehen. Sam versteht Cassie nicht mehr - er will weiter systematisch den Hinweisen vom akribisch untersuchten Tatort nachgehen. Cassie lässt sich aber nicht beirren. Sie verfolgt ihre eigenen Spuren und findet bald zwei Verdächtige. Doch die haben ein wasserdichtes Alibi...

Filmkritik

"Verbrechen ist Freiheit". Mit dieser provozierenden These füttert ein Highschool-Schüler sein Unterrichts-Referat. Barbet Schroeder rankt darum ein Figurendreieck aus einer Polizistin und zwei Schülern, die sich mit den Folgen intellektuell motivierter Gewalt auseinandersetzen müssen. Da wäre zum einen der schräge Außenseiter, welcher das brisante Referat hält. Zum anderen präsentiert "Mord nach Plan" einen reichen Bengel, der eine freundschaftliche Allianz mit seinem verschrobenen Mitschüler eingeht. Beide erkennen im jeweils anderen Charakter die Eigenschaften, welche ihnen zur Vervollkommnung der eigenen Persönlichkeit fehlen. Fasziniert von der Idee eines perfekten Mordes als freier Akt des menschlichen Willens planen sie, irgend einen Menschen umzubringen, den sie zufällig auswählen. Wenige Zeit später wird die verstümmelte Leiche einer jungen Frau gefunden. Die sinnlos erscheinende Tat lässt die Ordnungshüter zunächst völlig ratlos zurück, bis die ermittelnde Polizistin durch ihren Instinkt geführt auf die beiden Schüler trifft. Aber die haben ein perfektes Alibi. Dennoch lässt die Polizistin nicht von ihnen ab. Getrieben von der eigenen Vergangenheit verfolgt sie unerbittlich die scheinbare Spur. Ein traumatisches Ereignis, das sie vor Jahren fast das Leben gekostet hätte, hinterließ psychische Narben. Elegant verknüpft Schroeder die schreckliche Erfahrung der Polizistin, von Sandra Bullock gegen ihr "Knuddel-Image" überzeugend nuanciert gespielt, mit dem aktuellen Fall. Die Fesseln des Verbrechens, mit denen Bullocks Figur zu kämpfen hat, verbinden sich mit dem absurden Entwurf eines überlegenen Menschen, der frei von moralischen Fesseln über allem schwebend seine Handlungen vollführen kann, zu einer komplexen Reflexion der Ausgangsthese, das Verbrechen Freiheit sei. Da Schroeder weniger an den sozialen Hintergründen seiner Figuren interessiert ist, erscheint die banale Sinnlosigkeit der Mordtat wie ein Werk des Menschen schlechthin. In einer Verschachtelung der aktuellen Ermittlungstätigkeit mit Rückblenden der Tat zeigt "Mord nach Plan" die beängstigende Entwicklung von der bloßen Idee zur grausamen Umsetzung. Dabei verdeutlicht er das notwenige, manipulative Zusammenspiel beider Charaktere, die ohne den anderen niemals zur Tötung geschritten wären. Ihr Wunsch der Verschmelzung scheitert aber daran, dass beide Extreme nicht kompatibel sind. Die Akzeptanz der eigenen Fehler ist zum freien Weiterleben notwendig, da es den perfekten Übermenschen nicht geben kann.




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Land: USA
Jahr: 2002
Genre: Krimi
Länge: 120 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 27.06.2002
Regie: Barbet Schroeder
Darsteller: Sandra Bullock, Ben Chaplin als Sam Kennedy, Ryan Gosling
Verleih: Warner Bros.

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