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Mord nach Plan
Mord nach Plan
© Warner Bros.

Kritik: Mord nach Plan (2002)


"Verbrechen ist Freiheit". Mit dieser provozierenden These füttert ein Highschool-Schüler sein Unterrichts-Referat. Barbet Schroeder rankt darum ein Figurendreieck aus einer Polizistin und zwei Schülern, die sich mit den Folgen intellektuell motivierter Gewalt auseinandersetzen müssen. Da wäre zum einen der schräge Außenseiter, welcher das brisante Referat hält. Zum anderen präsentiert "Mord nach Plan" einen reichen Bengel, der eine freundschaftliche Allianz mit seinem verschrobenen Mitschüler eingeht. Beide erkennen im jeweils anderen Charakter die Eigenschaften, welche ihnen zur Vervollkommnung der eigenen Persönlichkeit fehlen. Fasziniert von der Idee eines perfekten Mordes als freier Akt des menschlichen Willens planen sie, irgend einen Menschen umzubringen, den sie zufällig auswählen. Wenige Zeit später wird die verstümmelte Leiche einer jungen Frau gefunden. Die sinnlos erscheinende Tat lässt die Ordnungshüter zunächst völlig ratlos zurück, bis die ermittelnde Polizistin durch ihren Instinkt geführt auf die beiden Schüler trifft. Aber die haben ein perfektes Alibi. Dennoch lässt die Polizistin nicht von ihnen ab. Getrieben von der eigenen Vergangenheit verfolgt sie unerbittlich die scheinbare Spur. Ein traumatisches Ereignis, das sie vor Jahren fast das Leben gekostet hätte, hinterließ psychische Narben. Elegant verknüpft Schroeder die schreckliche Erfahrung der Polizistin, von Sandra Bullock gegen ihr "Knuddel-Image" überzeugend nuanciert gespielt, mit dem aktuellen Fall. Die Fesseln des Verbrechens, mit denen Bullocks Figur zu kämpfen hat, verbinden sich mit dem absurden Entwurf eines überlegenen Menschen, der frei von moralischen Fesseln über allem schwebend seine Handlungen vollführen kann, zu einer komplexen Reflexion der Ausgangsthese, das Verbrechen Freiheit sei. Da Schroeder weniger an den sozialen Hintergründen seiner Figuren interessiert ist, erscheint die banale Sinnlosigkeit der Mordtat wie ein Werk des Menschen schlechthin. In einer Verschachtelung der aktuellen Ermittlungstätigkeit mit Rückblenden der Tat zeigt "Mord nach Plan" die beängstigende Entwicklung von der bloßen Idee zur grausamen Umsetzung. Dabei verdeutlicht er das notwenige, manipulative Zusammenspiel beider Charaktere, die ohne den anderen niemals zur Tötung geschritten wären. Ihr Wunsch der Verschmelzung scheitert aber daran, dass beide Extreme nicht kompatibel sind. Die Akzeptanz der eigenen Fehler ist zum freien Weiterleben notwendig, da es den perfekten Übermenschen nicht geben kann.





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