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Chihiros Reise ins Zauberland (2001)

Spirited Away

Oscarprämierter Welterfolg: Als die Eltern der kleinen Chiriho eine falsche Abfahrt nehmen, landen sie unversehens im Zauberland...Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Die zehn Jahre alte Chihiro ist gar nicht begeistert, mit ihren Eltern von Tokio in einen kleinen Vorort umzuziehen und dabei alle Freunde hinter sich zu lassen.
Auf dem Weg zu ihrem neuen Zuhause verirrt sich die Familie und stößt dabei auf einen geheimnisvollen Tunnel. Von Neugierde gepackt, wagen sich die drei durch den dunklen Gang und wissen nicht, dass sich auf der anderen Seite die Zauberwelt Aburaya befindet – eine Welt, die noch nie zuvor ein Mensch gesehen hat. Sie kommen in eine verlassene Stadt. Einem unwiderstehlichen Duft folgend, finden sie ein Restaurant mit Unmengen von lecker aussehendem Essen – Chihiros Eltern stürzen sich gierig darauf und werden in Schweine verwandelt. Chihiro hat schreckliche Angst. Plötzlich erscheint ein geheimnisvoller Junge namens Haku, der ihr erklärt, dass es nur eine Möglichkeit gibt, die verzauberten Eltern zu retten: Sie muss in den Dienst der bösen Hexe Yubaba treten, die nicht nur die Zauberwelt von Aburaya beherrscht, sondern auch die Herrin über ein riesiges Badehaus ist, in dem sich erschöpfte Götter und Geister erholen und reinigen.
Chihiro stellt sich dieser Herausforderung und macht sich auf eine Reise, auf der sie ungeahnten Mut, eine bisher nicht gekannte Willenskraft und Ausdauer beweisen muss.

Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse5 / 5

Seit rund 40 Jahren ist der Japaner Hayao Miyazaki im Animationsgeschäft. Er zeichnete die Hintergründe für "Heidi", brachte als Regisseur "Future Boy Conan" auf die Mattscheibe, veröffentlichte Mangas wie die langlebige "Nausicaä"-Serie und schuf als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent mit seinem eigens gegründete Animationsstudio Ghibli eine kleine, feine Reihe von Animes, die schon heute als Klassiker gelten. Sein neuester Film "Chihiros Reise ins Zauberland" war in Japan erfolgreicher als "Titanic". Was für Miyazaki nichts neues ist: Immer wieder bricht er mit seinen Filmen die Einspielrekorde an japanischen Kinokassen. Zudem wurde "Chihiro" völlig zurecht bei der Berlinale 2002 als erster Zeichentrickfilm mit einem Goldenen Bären und dieses Jahr auch mit einem Oscar ausgezeichnet. Trotzdem findet der Animationsmeister in Deutschland so gut wie keine Beachtung – was schade ist, denn eine Entdeckungstour durch das Werk des Japaners lohnt sich. Anders als die Disney-Standardkost richten sich seine Filme nicht hauptsächlich an Kinder, sondern locken mit psychologisch ausgefeilten Charakteren und spannenden, häufig etwas melancholischen aber trotzdem lebensbejahenden Storys Erwachsene, Jugendliche und Kinder gleichermaßen in die Kinos.
Das gilt natürlich auch für "Chihiros Reise ins Zauberland": Der über zweistündige, größtenteils traditionell von Hand gezeichnete Anime vermag zu fesseln, obwohl er in gemütlichem Tempo erzählt wird und man auf schenkelklopfende Gags vergebens wartet. Dafür werden die Charaktere mit einer psychologischen Präzision gezeichnet, wie man sie auf der Leinwand selten erlebt. Die Story ist vielschichtig, lässt zahlreiche Interpretationen zu, kann aber auch ohne lange Deutungsversuche genossen werden. Tief taucht Miyazaki in japanische Mythen und Märchen ein und eröffnet dem westlichen Zuschauer den Blick auf eine Welt, wie er sie womöglich noch nie gesehen hat. Eine Welt, die zu allem Überfluss verflucht gut aussieht: Architektur, Muster und Ornamente sind mit einer Genauigkeit gezeichnet, die ihresgleichen sucht. Mit überbordender Fantasie wurde auch noch das letzte Eckchen im Hintergrund durchgestaltet. Hier zeigt sich, wie sehr ein Zeichentrickfilm tatsächlich Kunst sein kann. Ein Film, der das Potential hat all jenen die Augen zu öffnen, die Anime noch immer mit billig produzierten RTL II-Serien gleichsetzen. Reingehen und staunen! Nachtrag: Wer die detailreichen Einzelbilder des Films ein wenig genauer betrachten will, kann auf die von Carlsen Comic herausgegebene fünfteilige Manga-Serie "Spirited Away" zurückgreifen. Ebenfalls empfehlenswert ist der amerikanische Band "The Art of Spirited Away" (Viz Graphic Novels) mit großformatigen Bildern und Hintergrundinfos zu den Zeichnungen.




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Land: Japan
Jahr: 2001
Genre: Animation
Länge: 125 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 19.06.2003
Regie: Hayao Miyazaki
Verleih: Constantin Film

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