oder

Mulholland Drive - Straße der Finsternis (2001)

Mulholland Drive

US-Thriller von David Lynch mit Naomi Watts und Laura Harring.User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.8 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 12 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Eines Nachts auf dem Mulholland Drive, hoch über Los Angeles: Eine schwarze Limousine hat einen grauenhaften Unfall, die Insassin kommt mit einer Platzwunde davon - ihr Gedächtnis allerdings ist verloren. Ziellos irrt sie umher und findet schließlich Unterschlupf in einer Wohnung, deren Besitzerin auf Reisen ist. Kurz darauf steht eine weitere junge Frau in der Tür: Betty Elms kommt aus Kanada und will ein Hollywood-Star werden. (Das Haus wurde ihr von ihrer Tante zur Verfügung gestellt). Betty hält "Rita", wie sich die Fremde nun nennt, somit für eine Freundin der Familie.

Und dann ist da noch...

...ein von bösen Ahnungen geplagter Zeitgenosse, der auf dem Parkplatz eines Diners dem absoluten Bösen ins monströse Antlitz blickt

...ein Auftragskiller, der sich bei der Arbeit höchst unprofessionell anstellt

... der hippe Hit-Regisseur Adam Kesher. Bei einem Budget-Meeting wird schnell klar, dass die Hauptrolle in seinem neuen Film eine (von anderen) beschlossene Sache ist. Außerdem erwischt er seine Frau mit einem Handwerker im Bett. Und wird vom finsteren "Cowboy" bedroht...

Filmkritik

Der Mullholland Drive lädt mit seinem Asphaltband, das sich hakenschlagend durch die Hügel Hollywoods windet, als Ort undurchdringlicher Ereignisse ein. Schon in Hollywoods Schwarzer Serie tauchte er auf, wurde später von Brian de Palma für das Finale seines verschlungenen Thrillers »Der Tod kommt zweimal« benutzt und bildet jetzt in David Lynchs verzweigter Traumwanderung den erzählerischen Ausgangspunkt. Nach einem üblen, nächtlichen Unfall auf dem Mullholland Drive rappelt sich eine brünette Frau aus dem Wrack, um langsam stolpernd in die Stadt der Engel zum Sunset Boulevard hinabzusteigen. Sie kann sich an nichts erinnern, selbst ihren Namen weiß sie nicht. Zufällig trifft sie auf eine frisch in Hollywood angekommene blonde Schauspielerin, die ihre Hilfe anbietet, um das Rätsel zu lösen. Das grobe Gerüst hinter »Mullholland Drive« ist ein billiger B-Movie-Plot bestehend aus einem primitiven Eifersuchtsdrama, lesbischem Sex und einem Auftragskiller. Aber wie nicht anders zu erwarten, geht es Lynch weniger um diese Geschichte, als vielmehr um die Last, welche seine archetypischen Charaktere mit sich herumschleppen. Hinter einem Diner, in dem die Handlung letztlich ihren Ausgangspunkt nimmt, soll der »Schwarze Mann« stehen und die Fäden in der Hand halten. Von diesem Sinnbild ausgehend webt Lynch einen Bilderteppich aus fatalistischen Verlust- und Existenzängsten. Mit einem faszinierenden Kunstgriff gelingt es ihm, Erinnerungs- und Realitätsebene zu verwischen, so dass er sich bei der Entwicklung beider weiblicher Hauptfiguren Freiheiten leisten kann. Dadurch fließen in »Mullholland Drive« neben den psychotischen Alpträumen handfeste Anspielungen an das Doppelbödige der Traumstadt ein. Abgetakelte Hollywoodschlampe sowie hoffnungsfreudige Newcomerin treffen sich in einer Person. Ganz nebenbei wird dem Zuschauer noch der selbstreflexive Schlüssel hingeworfen, wenn beim Vorsprechen für eine Rolle aus denselben Dialogen einer primitiven Eifersuchtsszene nur durch die Variation des Vortrags, ein erotisches Meisterstück wird. Wie bei seinen Filmen bestimmt die Form der Präsentation den Inhalt. Spätestens hier wird klar, dass David Lynch seine verklausulierte Form psychologischer Bilderstürme zu einem großartigen Endpunkt gebracht hat. Denn schon immer ist die Selbstreflexion eine Alterserscheinung gewesen.




TrailerAlle anzeigen

Zum Video: Mulholland Drive - Straße der Finsternis

Filminfos & CreditsAlles anzeigen

Land: USA
Jahr: 2001
Genre: Krimi
Länge: 152 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 01.02.2022
Regie: David Lynch
Darsteller: Naomi Watts als Betty / Diane Selwyn, Jeanne Bates als Irene, Dan Birnbaum
Verleih: Concorde

Verknüpfungen zum FilmAlle anzeigen

Naomi Watts und Laura Harring in Mulholland Drive
News
"Mulholland Drive" bester Film des 21. Jahrhunderts
Zwei deutsche Filme auf BBC-Kritikerliste
Kein Bild vorhanden :(
News
Der doppelte Altman
"Mulholland Drive" für National Society of Film Critics "Bester Film"
Kein Bild vorhanden :(
News
Preiskrimi
Internet-Kritiker loben zwei Filme an die Spitze




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.