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Kritik: Viel passiert - Der BAP-Film (2001)


Nach "Buena Vista Social Club" hat sich Wim Wenders wieder das Thema Musik auf seine Fahnen geschrieben, nur dass es diesmal nicht um Kuba, sondern um Köln geht. Und das heißt BAP. Und das heißt wiederum Wolfgang Niedecken.

Wenders - pikanterweise aus Düsseldorf stammend - ist erklärter Fan der kölschen Rockgruppe BAP und hat der Band zu ihrem 25jährigen Bestehen diesen Film als Hommage geschenkt. Zugleich hofft er, noch mehr Menschen für die Musik zu interessieren und hat zum Verständnis der Texte diese untertitelt, denn sonst wären wohl alle Zuschauer jenseits Kölns hoffnungslos verloren. Bei dieser Intention des Filmemachers ist "Viel passiert" konsequenterweise keine nüchterne Dokumentation geworden, sondern eine Hommage.

Das ist zugleich Stärke und Schwäche des Films: Zum einen überzeugt das Werk durch seine entspannte Atmosphäre, zum anderen geht das aber auch ein wenig auf Kosten der Glaubwürdigkeit: Der ja nicht ganz unwichtige Meilenstein in der Bandgeschichte - der vom Streit begleitete Ausstieg des langjährigen Gitarristen "Major" Heuser - wird mit einem Satz abgetan. Zur historischen Wahrheit auch der Musikgeschichte gehören aber auch die unerquicklichen Seiten.

Doch ansonsten ist der BAP-Film gelungen. Zwar kann man darüber streiten, ob Wim mit seiner Hinzufügung des Kinomotivs und den Darstellern Marie Bäumer und Joachim Krol den Streifen wirklich um eine neue Dimension bereichert hat, aber das herrliche Kino "Lichtburg" in Essen ist als Schauplatz zwar ungewöhnlich für eine Kölner Gruppe, nichtsdestotrotz trägt es zur melancholischen Grundstimmung entscheidend bei.

Am stärksten ist der Film indes in seiner Verquickung von Konzertaufnahmen, Niedeckens Übergangsmonologen und Dokumentaraufnahmen von Geschehnissen rund um die Band, die Gesellschaft und die Politik. Hier zeigt sich Wenders als echter Könner, der Bilder zu komponieren weiß, so dass sie mit der Musik eins werden und diese sich gegenseitig bereichern.

Nicht nur für BAP-Fans ist "Viel passiert" empfehlenswert, Freunde von Wim Wenders und virtuosen Dokumentarfilmen dürfte der Film ebenfalls gefallen.





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